Bombenanschlag

23. März 2011 14:49; Akt: 23.03.2011 16:12 Print

Eine Tote bei Anschlag in Jerusalem

Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern droht erneut zu eskalieren: In Jerusalem wurden bei einem Bombenanschlag an einer Bushaltestelle mindestens 25 Menschen verletzt. Eine Frau kam ums Leben.

storybild

Der Schauplatz nach dem verheerenden Bombenanschlag auf einen Bus in Jerusalem. (Bild: AFP)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Es war der erste solche Anschlag seit 2004. Die israelische Polizei ging von einem Terrorakt aus. Die Zeitung «Haaretz» berichtete auf ihrer Website, vier der 25 Opfer seien mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. Eine Frau wurde getötet, wie das Radio mitteilte. Von der Wucht der Explosion seien zwei Busse getroffen worden.

Der Zugang zu Jerusalem wurde dem Bericht zufolge abgeriegelt, Sicherheitskräfte durchkämmten das Gebiet auf der Suche nach weiteren verdächtigen Objekten. Laut «Haaretz» wurde der Anschlag nicht von einem Selbstmordattentäter verübt. Vor 2004 hatte es in Israel etliche Selbstmordanschläge auf Busse gegeben, bei denen zahlreiche Menschen in den Tod gerissen wurden.

Toter bei israelischen Luftangriffen

Auf Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen reagierte die Regierung in Jerusalem mit Luftangriffen. Eine militärische Konfrontation sei «nur eine Frage der Zeit», sagte der Minister für Heimatschutz, Matan Vilnai. Zu den Angriffen bekannten sich der Islamische Dschihad und eine Gruppe mit Verbindungen zur Hamas.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drohte mit entschlossener Vergeltung: Kein Staat nehme andauernden Raketenbeschuss hin, und auch «Israel wird es offensichtlich nicht hinnehmen», erklärte der Regierungschef. Bei den israelischen Luftangriffen wurde ein Mitglied des Islamischen Dschihads getötet, wie die Gruppe mitteilte. Nach Polizeiangaben erlitt bei einem Raketenangriff auf die Stadt Berscheba ein israelischer Zivilist Verletzungen.

Hanija will weitere Gewalt verhindern

Der Raketenbeschuss sei ein Racheakt für einen tödlichen israelischen Militäreinsatz am Dienstag gewesen, erklärte der Islamische Dschihad. Dabei waren unter anderem drei Kinder und ihr Onkel getötet worden. Die im Gazastreifen regierende Hamas erklärte den Mittwoch zum Tag der Trauer und rief alle Einwohner auf, sich an der Bestattung der Opfer zu beteiligen.

Ministerpräsident Ismail Hanija wandte sich der Organisation zufolge an die Anführer militanter palästinensischer Gruppen, um die Gewalt nicht weiter eskalieren zu lassen. Die Hamas und die Regierung in Jerusalem haben sich seit dem Ende des Gaza-Kriegs im Januar 2009 weitgehend an eine Waffenstillstandsvereinbarung gehalten. Der Krieg kostete Hunderte palästinensische Zivilpersonen das Leben, zahllose Häuser wurden zerstört. Auf israelischer Seite gab es 13 Todesopfer.

(ap)