Milliardenbetrüger

05. Februar 2009 21:59; Akt: 05.02.2009 21:59 Print

Eine Währung namens «Ente»

Ein japanischer Unternehmer hat eine eigene Währung geschaffen, die auf den netten Namen «Ente» hörte. Zwischenzeitlich wurde sie von mehreren Geschäften und Hotels akzeptiert. Weniger nett war das Ende der Geschichte.

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Denn mit der Fantasiewährung kombinierte der 75-Jährige ein dubioses Anlagesystem und prellte so 37 000 Menschen um umgerechnet etwa 1,6 Milliarden Franken. Am Donnerstag wurde er verhaftet. Ebenfalls hinter Gitter kamen 20 Mitarbeiter.

Kazutsugi Nami, der Inhaber einer mittlerweile bankrotten Bettwäschefirma, wird beschuldigt, seine Anleger mit einem betrügerischen Pyramidensystem und einer eigenen elektronischen Währung getäuscht zu haben, wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji meldete.

36 Prozent Rendite versprochen

Nach anderen Quellen sind die Anzahl Opfer und die Deliktsumme sogar noch höher. Nami soll seinen Anlegern 36 Prozent Rendite in Aussicht gestellt haben. Die Polizei machte zunächst keine Angaben zu den Einzelheiten des Betrugs.

Nami hatte 2004 eine virtuelle Währung geschaffen, die er «Enten» taufte - im Japanischen ein zusammengesetztes Wort aus «Yen» und «Paradies». Zwischenzeitlich akzeptierten mehrere Hotels, Geschäfte und Internetseiten die Fantasiewährung, bezahlt wurde meist per Handy.

Nami pries sein Investmentsystem als «Rettung für die Welt» an. Mit seiner Währung werde er die Weltwirtschaft revolutionieren und die Erde in ein «Paradies des Lichts» verwandeln, sagte der Enten- Guru laut japanischen Medien.

(sda)