07. April 2005 15:55; Akt: 07.04.2005 15:57 Print

Elternmörder: Sieben Jahre Zuchthaus

Der 27-jährige Tessiner, der am 30. Januar 2004 in Magliaso seine Eltern umgebracht hat, ist vom Strafgericht Lugano zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt worden.

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Er muss sich dort einer unbefristeten psychiatrischen Behandlung unterziehen.
Richterin Agnese Balestra-Bianchi begründete die Verwahrung des gelernten Maurers mit dessen «besonderer Gefährlichkeit für die Umwelt». Als strafmildernd erwiesen sich seine Reue und die zur Tatzeit stark verminderte Zurechnungsfähigkeit.

Der 27-Jährige hatte im Kokainrausch gehandelt, als er zuerst mit einem Stock auf seine Eltern einschlug und diese anschliessend mit einem Küchenmesser erstach.

Nach der Tat fuhr der Sohn nach Lugano, um sich mit dem vom Vater gestohlenen Geld eine weitere Dosis Kokain zu beschaffen. Danach kehrte er zu seinen toten Eltern ins Wohnhaus zurück. Den Mut zum geplanten Selbstmord brachte er aber nicht auf. Stattdessen kehrte er wenig später nach Lugano zurück, um sich dort der Polizei zu stellen.

Schizophren und gefühlsarm

Der Gerichtspsychiater bezeichnete den Angeklagten als paranoisch schizophren, introvertiert und gefühlsarm. Er habe nur für die Drogenbeschaffung gelebt. Von den Drogen kam er trotz mehreren Klinikaufenthalten nie los.

Die Verteidigung hatte gefordert, dass der Mann aufgrund seines Krankheitsbildes nur wegen Totschlag, nicht aber wegen Mord verurteilt werden dürfe. Er habe im Drogenrausch und im Affekt gehandelt. Deshalb solle er für maximal fünf Jahre hinter Gitter.

Für Staatsanwalt Moreno Capella wiederum war der Angeklagte ohne Skrupel vorgegangen und nur darauf bedacht, weiterhin ungestört Kokain konsumieren zu können. Als ihm die Eltern den Geldhahn zudrehten, habe der Sohn seine mörderischen Pläne umgesetzt. Capella hatte deshalb neun Jahre Zuchthaus beantragt.

(sda)