Frisches Trinkwasser

05. Mai 2017 08:41; Akt: 05.05.2017 08:41 Print

Emirate wollen Eisberge vor die Küste holen

Eine Firma aus Abu Dhabi will Eisberge aus der Antarktis abtransportieren, um Trinkwasser zu gewinnen. Die Araber träumen sogar von Eisbären in der Wüste.

Die Emirate wollen Eisberge aus der Antarktis abschleppen. Dieser Werbeclip zeigt, wie das gehen soll. (Video: Webvideo Tamedia)
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Ein in Abu Dhabi domiziliertes Unternehmen will Eisberge aus der Antarktis an die Westküste der Arabischen Emirate befördern. Das hätte gleich mehrere positive Effekte: Man könnte so Trinkwasser gewinnen, für etwas Abkühlung sorgen – und eine schwimmende Eisscholle vor der arabischen Küste würde eine nie da gewesene Touristenattraktion darstellen.

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Wie «Gulf News» berichtet, soll schon Anfang 2018 der erste Eisberg abgeschleppt werden. «Wir haben das Projekt mit einem Simulator berechnet und mögliche Routen geprüft. Es ist machbar», sagt Abdullah Mohammad Sulaiman Alshehi, der hinter dem Projekt steckt.

Auf einen Schlag 76 Milliarden Liter Wasser

Laut den Berechnungen des Simulators dürfte es ein Jahr dauern, bis ein riesiger Eisberg vom Südpol nach Fudschaira abgeschleppt ist. Dafür gibt es dann rund 76 Milliarden Liter reines Wasser. Das sei genug, um eine Million Menschen über fünf Jahre zu versorgen, so Initiator Alshehi.

Die erhofften positive Auswirkungen auf den Tourismus beflügeln bereits die Fantasie: In einem Werbeclip seiner Firma ist eine Eisscholle vor der arabischen Küste zu sehen, auf der sich Eisbären und Pinguine tummeln, während sich Feriengäste am Strand sonnen.

Die den Eisberg umgebende kühle Luft würde auch für mehr Regen sorgen. Dies wiederum könnte den ewigen Traum der Araber erfüllen, in einer grünen Oase zu leben. Welche Folgen das Projekt auf die Umwelt haben könnte, dazu schweigt Alshehi.

Sehnsucht nach Schnee

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind für ihre Sehnsucht nach Schnee und Kühle bekannt: In Dubai steht der grösste Indoor-Snowpark der Welt. Eislaufbahnen, mehrere Ski- und Snowboardpisten, ein Aquarium gefüllt mit Eselspinguinen und Eisbären – und Temperaturen von minus zwei Grad Celsius, während draussen die Sonne auf den Sand brennt.

Das ist die geplante Eisberg-Route:

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jimmy am 05.05.2017 08:51 Report Diesen Beitrag melden

    Stopp!

    Künstliche Inseln und Schnee in einer Einkaufsmall, alles gut und recht. Aber das geht definitiv zu weit..

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  • Frau am 05.05.2017 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Krank

    Wie krank ist die Menschheit geworden? Da redet man vom Klimawandel, und da gibt es doch tatsächlich Menschen, die Eisberge versetzen , damit sie ihr eigenes Skigebiet, Schlittschuhbahn etc. vorzeigen können. Und das alles auf dem Buckel der Natur und Tierwelt. Ich könnte k........

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  • Brian am 05.05.2017 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Gegen die Natur

    Hauptsache Tourismus und Wasser, aber was das für Auswirkungen für die Natur und uns alle hat, juckt mal wieder niemanden..

Die neusten Leser-Kommentare

  • allright am 05.05.2017 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Der Horror

    Unglaublich dieser Unsinn. Der Eisberg wird innert kürzester Zeit schmelzen in dem extrem warmen Wasser und die Tiere darauf wohl erbärmlich verenden, aber das scheint die Araber nicht zu interessieren. Besser den Arabern geht Dank alternativen Energien bald das Geld aus.

  • Mister am 05.05.2017 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    Der Tag wird kommen

    Da werden uns die Araber auf Knien bitten, dass sie Wasser von unser erhalten! Ihr Öl können sie ja bekanntlich nicht trinken!

  • Rotfuchs am 05.05.2017 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Geld macht blöd

    Nichts da. Das Eis in den Polargebieten ist durch die Klimerwärmung kontinuierlich am Schmelzen. Ich behaupte nicht, dass der Mensch daran schuld ist. Aber wir müssen uns alle auf die veränderten Klimabedingungen ausrichten. Dass sich stinkreiche Araber auf Kosten, bloss weil sie Geld besitzen, zulasten der gesamten Menschheit ihre Träumlis erfüllen, geht gar nicht. Die sollen ihren Hintern bewegen und selber Lösungen für ihre zukünftige Existenz erarbeiten, so wie wir alle. Die haben kein Privileg zum Überleben, Geld hin oder her. Wehret den Anfängen. Die Antarktis gehört uns allen.

  • Sorgim am 05.05.2017 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    No news

    War schon im Gespräch vor 35 Jahren als ich noch in Saudi Arabian weilte.

  • Gary G am 05.05.2017 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Gejammer

    Ich kann das Gejammer um den Wassermangel nicht mehr hören. Es gibt genug und zuviel Wasser, nur der Mensch kann nicht damit umgehen. Es würde den Araber zum Beispiel gut anstehen sich zu besinnen wie man Salzwasser zumindest zu Nutzwasser umwandeln kann. Das Verfahren ist teuer, die (Sonnen)Energie gibt es aber schon einmal zur genüge. Auch Erdöl muss rafineriert werden bevor Treibstoff in jeder hintersten Erdecke verfügbar ist. Aber Ferraris die Dünen hoch und runter zu hetzen macht eben doch mehr Spass.