Haiti

07. Oktober 2018 06:50; Akt: 07.10.2018 10:32 Print

Schweres Erdbeben fordert Todesopfer

Erinnerungen an das schwere Erdbeben vor acht Jahren wurden wach, als am Samstagabend in Haiti wieder die Erde bebte.

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Vor der Küste Haitis bebte am Samstagabend die Erde. (6. Oktober 2018) Da werden Erinnerungen an die Katastrophe von 2010 wach. Die Schweiz beteiligte sich an einer Hilfsaktion und brachte Güter in das Katastrophengebiet. Ein Rückblick auf das Unglück von damals. Über 200'000 Menschen kamen ums Leben. 400'000 Menschen sollten wegen katastrophaler hygienischer Zustände aus den Zeltstädten in Port-au-Prince nach ausserhalb umgesiedelt werden, wie die haitianische Regierung am 21. Januar bekannt gab. Die US-Luftwaffe wirft Hilfsgüter über Haiti ab. Und so sieht ein Abwurf von unten aus. Ein Helikopter des Flugzeugträgers USS Carl Vinson bringt Hilfsgüter, die von Haitianern und Uno-Mitarbeitern in Empfang genommen werden. US-Helikopter nehmen beim Flughafen von Port-au-Prince Güter auf, um sie in der Stadt abzusetzen. Peruanische Uno-Blauhelmsoldaten sorgen für Ordnung bei einer Nahrungsmittelverteilung durch dominikanische Helfer. Haitianer kämpfen um Essenspakete während einer Verteilung durch die Uno. Ein Polizist stellt einen jungen Plünderer inmitten der Ruinen. Ein jordanischer Polizist der Uno bedroht Haitianer mit einem Tränengasgewehr. Die Haitianer betteln um Arbeit vor einem Haupteingang zum Flughafen von Port-au-Prince. US-Soldaten patroullieren durchs Zentrum von Port-au-Prince. US-Soldaten nach ihrer Landung am Flughafen von Port-au-Prince. Plünderer in einer Einkaufsstrasse der haitianischen Hauptstadt. Plünderung und Anarchie in Port-au-Prince. Mit dem Messer gehen die Menschen aufeinander los, um sich Essen und anderes zu ergattern. Wer nicht entkommen kann, wird von der Polizei festgenommen. Plünderungen in Port-au-Prince. Apokalyptische Zustände in der Hauptstadt von Haiti. Verzweiflung schlägt in Wut um. Auf dem Flughafen von Port-au-Prince geht nichts mehr. 200 Evakuierte werden mit der C-17 Globemaster nach Orlando in Florida geflogen. Ein haitianischer Polizist verhaftet einen mutmasslichen Plünderer in Port-au-Prince. Türkische Retter bei der Arbeit auf den Trümmern eines eingestürzten Supermarktes in Port-au-Prince. Zusammen mit amerikanischen Kollegen gelang es ihnen am 17. Januar drei Menschen nach fünf Tagen lebend zu bergen. Die Menschen rennen in Scharen zu einem US-Helikopter, der am 16. Janaur Wasser abwirft. Vor den Ausgabestellen für Nahrungsmittel und Trinkwasser bilden sich jeweils lange Schlangen. Sicherheitskräfte müssen haben alle Hände voll zu tun, um dort die Ordnung aufrechtzuerhalten. Ärzte aus aller Welt kümmern sich unter widrigsten Bedingungen um die Versorgung der Verletzten. Glücklich ist, wer in Port-au-Prince wenigstens ein (Zelt-)Dach über dem Kopf hat. Hunderttausende müssen während Tagen unter freiem Himmel schlafen, wie diese Verletzen vor dem General Hospital in Port-au-Prince. Immer häufiger kommt es in der Hauptstadt Haitis zu Plünderungen, oft bandenmässig organisiert. Auch im Kampf um Nahrungsmittel kommt es vermehrt zu Gewaltausbrüchen. Wer Essen hat, lebt in Port-au-Prince gefährlich. Der erste Schweizer Hilfsflug (hier bei der Beladung auf dem Flughafen Zürich) ist am 16. Januar in Haiti gelandet. 30 Tonnen Hilfsgüter an Bord sollen Menschen helfen. Auf dem Flugzeugträger USS Carl Vinson werden Helikopter mit Hilfsgütern beladen. Ein verletzter Amerikaner wird auf die Carl Vinson zur Pflege gebracht. Die Plätze in Haiti sind auch drei Tage nach der Katastrophe mit Leichen übersät. Ganze Strassenzüge liegen in Schutt. Mit blossen Händen wird in den Trümmern nach Überlebenden gesucht. Überall zerstörte Gebäude. Menschen flüchten aus der zerstörten Stadt. Trinkwasser ist zum raren Gut geworden. Leichen, so weit das Auge reicht. Menschen suchen nach ihren vermissten Verwandten und Bekannten. Der Präsidentenpalast ist nur noch eine Ruine. Luftaufnahmen von Port-au-Prince zeigen das unglaubliche Ausmass der Zerstörung. Auch die Kathedrale wurde weitgehend zerstört. Kein Stein blieb auf dem anderen. US-Soldaten entladen Flugzeuge mit Hilfsgütern in Port-au-Prince. Leute schlafen auf offener Strasse. Helfer bergen einen Toten. Leichen werden an die Strassenränder gelegt. Häuser sind einfach umgekippt. Google Earth zeigt Satellitenbilder vor und nach dem Erdbeben. Die Zerstörung ist unfassbar. Wie viele Menschen unter den Trümmern begraben wurden, war am 13. Januar noch nicht klar. Der haitianische Ministerpräsident Jean-Max Bellerive befürchtete, es könnten über 100 000 sein. Überlebende irrten durch die Strassen. Hilfe war am ersten Tag nur sehr spärlich vorhanden. Hilfesuchende beim Gebäude von Medecins Sans Frontières. Der haitianische Musiker Wyclef Jean trifft am Mittwoch in Port-au-Prince ein. Er hatte zur Hilfe aufgerufen. Ein verletztes Kind wird medizinisch betreut. Fieberhafte Suche nach Verschütteten. Verängstigte Menschen sammeln sich in den Strassen von Port-au-Prince. Ein Verletzter wartet auf medizinische Hilfe. Schockierte Bewohner von Port-au-Prince inmitten der Trümmer. Viele Kinder wurden verletzt. Der Präsidentenpalast in Port-au-Prince ist eingestürzt. So sah der Palast vor dem Erdbeben aus. Ein Mann, der in den Trümmern der Universität von Port-au-Prince eingeklemmt ist, ruft nach Hilfe. Ein Haus in Thomassin, 19 Kilometer ausserhalb der Hauptstadt, ist in sich zusammengebrochen. Menschen versuchen Erbebenopfer zu bergen. Eine Grafik des Geologischen Instituts der USA zeigt die Verteilung der Erdbebenstärken (rot = starke Schäden zu erwarten; danach abnehmend über gelb = leichte zu erwartende Schäden bis türkis, keine Schäden zu erwarten). Notdürftige Versorgung der Verletzten in Port-au-Prince. Hier im Hotel Villa Créole. Die Zerstörung ist bei vielen Häusern total. Die Leute flüchten auf die Strassen. Ein verletzter Junge wird verarztet. Die Menschen wurden vom Erdbeben völlig überrascht. Diese Frau konnte aus den Trümmern gerettet werden. Eine verletzte Frau wird von Helfern weggebracht. Der Schaden an den Gebäuden ist enorm, hier das Hotel Créole. Amerikanische Rettungskräfte machen sich zum Abflug bereit. Feuerausbruch nach dem Erdbeben. Ganze Strassenzüge in Port-au-Prince sind verwüstet. Wie viele Todesopfer das Erdbeben gefordert hat, war Stunden später noch unklar. Ein völlig zerstörtes Haus in Port-au-Prince.

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Haiti ist von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Das Zentrum des Bebens der Stärke 5,9 lag 20 Kilometer nordwestlich von Port-de-Paix, wie die US-Erdbebenwarte USGS am Samstagabend (Ortszeit) mitteilte.

Mindestens elf Menschen kamen ums Leben, sagte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur AFP. In Medienberichten war zuvor von vier Toten die Rede gewesen. Die Regierung richtete einen Krisenstab ein.


Mehrere Gebäude sind nach dem Beben eingestürzt. (Video: Stroyful)

Das Zentrum des Beben lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS in einer Tiefe von nur 11,7 Kilometern. Die mehrere Sekunden langen Erschütterungen waren auch in der Hauptstadt des armen Karibikstaats zu spüren, viele Menschen gerieten in Panik.

Panik sorgt für Verletzungen

Präsident Jovenel Moise forderte seine Landsleute nach den Beben am Samstag auf, «Ruhe zu bewahren». Der Katastrophenschutz erklärte, mehrere Verletzte seien in Spitäler eingeliefert worden. Demnach hatten sich einige von ihnen die Verletzungen erst nach dem Beben bei bei der Panik in den Strassen zugezogen.



Nach ersten Medienberichten stürzten im Norden des Landes in mehreren Orten zudem Gebäude ein oder wurden schwer beschädigt. In Plaisance du Nord stürzte die Fassade der katholischen Kirche ein.

Der Nordwesten Haitis ist der ärmste Teil des Landes. Viele Gebiete sind wegen schlechter Strassen kaum zu erreichen. Der völlig verarmte Karibikstaat war bereits 2010 von einem heftigen Erdbeben der Stärke 7 erschüttert worden. Mehr als 220'000 Menschen kamen damals ums Leben. Noch immer wohnen viele Haitianer in Notunterkünften. Die wirtschaftliche und politische Lage ist zudem angespannt.

(roy/sda/afp)