«Monster-Sturm»

04. Februar 2011 07:02; Akt: 04.02.2011 17:10 Print

Erstes Todesopfer nach Zyklon Yasi

Der Jahrhundertsturm hat in Australien zahlreiche Häuser und Ernten zerstört. Inzwischen meldeten die Behörden auch den Tod eines 23-jährigen Mannes.

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3. Februar 2011: Der Monster-Sturm ist über Australien hinweg gefegt und hat zahlreiche Häuser zerstört. Zu den am heftigsten getroffenen Orten gehören der kleine Ort Mission Beach zwischen Cairns und Townsville ... ... sowie die Stadt Tully, rund dreissig Kilometer von der Küste entfernt. Tully bietet mit seinen abgedeckten Häusern ... ... und abgerissenen Stromleitungen ein Bild der Zerstörung. Mehr als 170'000 Menschen seien ohne Strom. Auch die Strandpromenade in Townsville war vom Sturm betroffen. Auf seinem Weg über das Festland verlor der Zyklon etwas an Kraft, da er dort auf kühlere Luftströme traf. Der Wirbelsturm der höchsten Kategorie fünf der international gebräuchlichen Saffir-Simpson-Skala wurde auf die Kategorie drei herunter gestuft. Die Wiederherstellung der Stromversorgung ist nun eine der vorrangigsten Aufgaben. Dies kann in einigen Regionen aber Tage, wenn nicht gar Wochen dauern. Cairns, eine Stadt mit 12'000 Einwohnern, rund 1700 Kilometer nördlich von Brisbane lag zwar in der «Schusslinie» des gewaltigen Wirbelsturms, wurde aber weitgehend verschont. 2. Februar, ca. 19.00 Uhr (Ortszeit): In Townsville haben sich die Einwohner in Kellern und anderen Schutzräumen verbarrikadiert. 18.30 Uhr: Auf den Strassen ist kaum noch jemand zu sehen. In Ayr gibt es schon die ersten Stromausfälle, und der Wind ist stark genug, um grosse Bäume zu entwurzeln. Leserreporter Marcel K., der gerade durch Australien reist, wäre am Mittwoch in Cairns angekommen. Als er die Warnungen in den australischen Medien sah, änderte er kurzerhand seine Pläne: «Wir sind nach Brisbane geflogen, 1300 Kilometer vom Sturm entfernt.» Der Zyklon Yasi hat mit 400 Kilometern Durchmesser riesige Ausmasse. Hunderte finden im Rathaus... ...oder in Supermärkten Unterschlupf, wie hier in Cairns. Die Familien haben nur gerade das Nötigste mitnehmen können. Wer es sich leisten konnte, hat noch einen der letzten Flüge Richtung Süden gebucht. Mittlerweile sind die Flughäfen geschlossen. In der Küstenstadt Cairns haben die Ladenbesitzer ihre Glasfassaden verbarrikadiert. Die Küstenwache fürchtet eine meterhohe Flut, die tausende Häuser überschwemmen könnte. Die Flutwelle dürfte bis zu sieben Meter hoch sein. Ob diese Plastikabdeckung ausreichend schützt?

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Einen Tag nach dem Durchzug des verheerenden Wirbelsturms «Yasi» im Nordosten Australiens haben Rettungskräfte am Freitag versucht, in die am schwersten getroffenen Gebiete vorzudringen. Die Arbeiten wurden behindert durch anhaltende Regenfälle und Flutwarnungen.

Für Retttungsarbeiten machten sich auch 4000 Soldaten auf den Weg in die südlich der Stadt Cairns gelegenen Gemeinden Mission Beach, Innisfail, Tully und Cardwell. Nach bisherigen Erkenntnissen kamen keine Menschen zu Schaden. In Cardwell galten zwei Personen als vermisst.

Ein Mann erstickt

Indirekt an den Folgen des Sturms starb ein 23-jähriger Mann. Dieser habe sich während des Sturms in einem Haus im Staat Queensland in Sicherheit gebracht und sei dort erstickt. Er habe in dem unbelüfteten Raum die Abgase eines Dieselgenerators eingeatmet.
(Quelle: APTN-Video)


Die Strassen in den von dem Zyklon getroffenen Orten rund um Cairns waren mit entwurzelten Bäumen, herausgerissenen Leitungsmasten und sonstigen Trümmern übersät. Mindestens 20 Häuser wurden zerstört.

Boote an Land geschleudert

Boote wurden durch die Wucht des Sturms aus dem Hafen des Ortes Port Hinchinbrook geschleudert und schlugen hunderte Meter von der Küste entfernt wieder auf. Dabei wurden auch Gebäude getroffen.

Etwa 150'000 Menschen waren am Freitag noch ohne Strom, tausende hatten kein fliessendes Wasser. Nach Polizeiangaben wurden elf Menschen wegen Plünderungen festgenommen.

Der australische Wetterdienst hatte die Menschen bereits frühzeitig vor dem Wirbelsturm gewarnt. «Yasi» war in der Region der erste Tropensturm der höchsten Kategorie fünf seit 1918. Der Wirbelsturm zog am Freitag weiter ins Landesinnere, verlor aber deutlich an Stärke.

(sda)