See auf dem Mont Blanc

22. Juli 2019 21:22; Akt: 22.07.2019 21:22 Print

Es ist gar nicht normal, was «da oben» passiert

Das Bild von einem Gletschersee, der eigentlich gar nicht existieren dürfte, ging um die Welt. Nun spricht der 24-jährige Fotograf über seine besorgniserregende Entdeckung.

Dieses Video zeigt den See, der gar nicht existieren dürfte.
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Ende Juni war der Kletterlehrer Bryan Mestre im Mont-Blanc-Gebiet unterwegs. Dabei schoss er ein Foto, das später im Internet die Runde machte. Darauf zu sehen ist ein Bergsee, der eigentlich gar nicht dort sein dürfte. Mit dem «Tages- Anzeiger» hat der 24-Jährige darüber gesprochen, wieso ihm dieser Anblick solche Sorgen bereitete.

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Es sei nämlich ganz und gar nicht normal, was «da oben» passiert ist. «Die Null-Grad-Grenze liegt im Juni und Juli ungefähr bei 3000 Metern. Als ich das Foto aufgenommen habe, hatte sie sich auf über 4700 Meter verschoben», sagt er. Da der Mont Blanc 4810 Meter hoch ist, heisse das, dass die Schneefallgrenze beinahe so hoch wie der höchste Berg in der Gegend lag.

«Das Klima ist komplett durcheinander»

Deshalb konnte sich der See auf 3000 Metern Höhe beim Dent du Géant überhaupt erst bilden. Dieser sei zwischen 20 und 30 Metern lang gewesen. Möglich war dies, da es zwei Wochen lang sehr warm gewesen ist. Sogar auf dieser Höhe habe man um die 20 Grad gemessen. Dabei habe sich der Fels stark aufgewärmt, die Hitze wurde gestaut und das Gletschereis sei geschmolzen.

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Time to sound the alarm... The problem here? These two pictures were taken only 10 days apart... It was taken earlier on June 28th, the second one was shared by Paul Todhunter. Only 10 days of extreme heat were enough to collapse, melt and form a lake at the base of the Dent du Géant and the Aiguilles Marbrées That I know, this is the first time anything like that as ever happened. Southern Europe and the Alps have been struck by a massive heatwave with temperature ranging from 40 to 50 degrees, the below 0 freezing altitude was as high as 4,700m (15,400ft) and during the day temperatures as high as 10 degrees Celsius (50 F) were felt on top of Mont Blanc 4,810m (15,780ft)... This is truly alarming glaciers all over the world are melting at an exponential speed... My interview with @mblivetv can be found here! https://montblanclive.com/radiomontblanc/article/massif-du-mont-blanc-un-petit-lac-se-forme-a-plus-de-3000-m-daltitude-48453 #climbing #climber #climb #frenchalps #savoie #savoiemontblanc #hautesavoie #outdoors #globalwarming #mountaineering #mountains #mountain #montagne #montaña #montagna #montanhismo #mountaineer #alpinist #alpinism #alpinisme #alpinismo #alpi #alps #environment #savetheplanet #climatechange #montblanc @patagonia @beal.official @millet_mountain @blueiceclimbing

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«Der vergangene Winter war sehr komisch», erzählt Mestre. Es habe erst im Januar begonnen und sei bis Anfang Juni gegangen. «Ich kann mich erinnern, dass ich Ende Mai noch in den Bergen unterwegs war. Nachts fiel in einer Höhe von 2500 Metern über ein Meter Neuschnee. Absolut untypisch. Und vier Wochen später entdecke ich dann den See. Das Klima ist komplett durcheinander.»

Wasser kann gefährlich werden

Mittlerweile ist der See wieder verschwunden. Das Wasser ist laut Mestre unter dem Gletscher versickert. Dort sammle es sich und über die Jahre hinweg steige der Druck. Das könne gefährlich werden, wenn es den Gletscher irgendwann aufsprengt und sich eine Flutwelle ins Tal ergiesst.

Darunter befindet sich der italienische Ort Courmayeur. «Die Behörden haben entschieden, einen zweiten See auszuheben und dort das überschüssige Wasser rein zu pumpen. Aber soweit ich weiss, ist da noch nichts passiert», sagt der Bergsteiger.

(doz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pfreak am 22.07.2019 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist normal

    nach jeder eiszeit kommt eine tauzeit.

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  • Tom Jet am 22.07.2019 21:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin sicher...

    .... dass es das schon vor ein paar Jahren (Zehnten) auch schon gegeben hat. Nur hatte niemand eine Kamera dabei...!

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  • J. Jones am 22.07.2019 21:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist seine Meinung

    Und woher weiss er dass das nicht so sein darf? Er klingt ja als wäre er seit 10000en von Jahren jeden Sommer dort.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lollipop am 23.07.2019 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    Natur zeigt uns die Auswirkungen

    einen Dank an Dr Waggis, welcher uns heute eingehend aufklärt hat, dass es keinen wissenschaftlichen Beweis für den Klimawandel gibt :-). Der grösste Beweis sind die Zeichen der Natur, wenn man sie sehen will

  • wildh. am 23.07.2019 22:12 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht echt!!

    Ist das Foto echt? Bezweifle das.

  • Franz Zegler am 23.07.2019 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wir leben noch

    Die Nullgradgrenze lag im Juni aufgrund der Sonnenwende am 21.Juni (höchster Sonnenstand) und der blockierten Tiefdrucklage auf über 5000 Meter und da kann es gut sein dass der Niederschlag als Regen runter kommt anstatt als Schnee.

  • Heisses Softeis am 23.07.2019 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    ob HEISS oder KALT

    Mit ist das Klima egal, heute ist es heiss, morgen wieder kalt.

    • Martin am 23.07.2019 14:21 Report Diesen Beitrag melden

      und übermorgen...

      ...hast du kein Trinkwasser mehr.

    • P.H. am 23.07.2019 15:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heisses Softeis

      Sie wissen nicht mal was Klima bedeutet, denn Sie beschreiben danach Wetter..

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  • naja wieder so blöder Bericht am 23.07.2019 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin erstaunt

    Die Römer konnten noch nicht nach Norwegen weil es zu viel Eis hatte. Und das sind erst 2000 Jahre her und heute ist Norwegen fast Eis frei und das Eis schmilz weiter. Auf dem Bild ist eine Felswand süd ausgerichtet ersichtlich. Wenn die Sonne dort hin scheint wird es süttig heiss, nichts neues. ich war vor 30Jahren auf den Gletschern im Sommer und es hatte richtige Flüsse und Seeen.

    • Seepferdchen am 23.07.2019 13:55 Report Diesen Beitrag melden

      Wird die Geschichte umgeschrieben?

      @ naja: Woher haben Sie diese Informationen? Die Römer konnten sich kaum im Norden von Deutschland halten. Wieso sollten sie Norwegen erobern? Und es hätte mehr Eis gehabt als heute? Sie können nachlesen, dass sich die Küste um 1.5 Meter in 100 Jahren anhob, als die Gletscher zurückwichen. Sogar heute ist diese Anhebung noch spürbar im Centimeter-Bereich,

    • Ismet am 23.07.2019 15:11 Report Diesen Beitrag melden

      @naja wieder so blöder Bericht

      Ein anderer von den Klimaskeptikern hat weiter unten behauptet, dass es zur Zeit der Römer so gut wie keine Gletscher in den Alpen gab, es wäre sogar belegt. Schwer vorstellbar, wenn in Norwegen noch die Eiszeit geherrscht hat. Es wäre schön, wenn ihr euch untereinigen könntet, dann wirkt ihr vielleicht ein bisschen weniger unglaubwürdig.

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