Anschlag in Moskau

01. April 2010 11:02; Akt: 01.04.2010 11:21 Print

Es war ein Selbstmord-Kommando

Die beiden Frauen, die sich in der Moskauer U-Bahn in die Luft sprengten, gehörten wahrscheinlich zu einer Gruppe von rund 30 ausgebildeten Selbstmordattentätern.

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Die aus Frauen und Männern bestehende Truppe sei von Rebellenführern vor allem im Internet angeworben worden, berichtete die Tageszeitung «Kommersant» am Donnerstag. Demnach wurden die Selbstmordattentäter im Bezirk Wedensky in Tschetschenien trainiert.

Die beiden Attentäterinnen von Moskau waren offenbar mit dem Bus von der Stadt Kisljar in Dagestan aufgebrochen - dort, wo am Mittwoch bei einem Doppelanschlag zwölf Menschen ums Leben gekommen waren.

Kisljar gelte als idealer Ausgangspunkt für Rebellen auf dem Weg nach Moskau, weil es gleich an der Grenze zu Tschetschenien liege und gute Zug- und Busverbindungen in die russische Hauptstadt habe, berichtete «Kommersant» weiter.

Die Ermittler prüften nun, ob die Frauen Teil des Wedensky-Lagers gewesen seien. Zu den Doppelanschlägen auf die Moskauer U-Bahn mit 41 Toten bekannte sich das sogenannte Kaukasus-Emirat.

Weitere Anschläge angekündigt

Nach Informationen des auf die Überwachung islamistischer Webseiten spezialisierten US-Unternehmens SITE kündigte dessen Rebellenchef Doku Umarow weitere Anschläge an. Bei einer Autoexplosion in der russischen Kaukasusrepublik Dagestan wurden in der Nacht zum Donnerstag mindestens zwei Menschen getötet.

Offenbar sei das Fahrzeug mit Sprengstoff präpariert gewesen und verfrüht in die Luft gegangen, berichteten die russischen Nachrichtenagenturen. Demnach wurde ein dritter Mensch schwer verletzt, als der Wagen in der Region Chasawurzky im Westen Dagestans explodierte.

(sda)