26. April 2005 15:46; Akt: 26.04.2005 16:01 Print

Europas Tunnels im Test: Jede sechste Röhre ist unsicher

49 Strassentunnel in 14 Ländern Europas haben der TCS und seine Partnerclubs dieses Jahr getestet. Die Schweizer Tunnels erhielten gute Noten.

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Ergebnis: Jede sechste Tunnelröhre weist erhebliche Sicherheitsmängel auf. Die sechs in der Schweiz untersuchten Tunnel schnitten überzeugend ab.

Als «im Allgemeinen ermutigend» bezeichnete der Touring Club der Schweiz in einer Medienmitteilung vom Dienstag die Ergebnisse für die sechs getesteten Schweizer Tunnels mit 2 oder 3 Röhren.

Drei Schweizer Bauwerke erhielten in dem Test das Prädikat «sehr gut»: der Arrissoules-Tunnel (VD, A1), der Baregg (AG, A1) und der Habsburg-Tunnel (AG, A2). Die Tunnel von Siders und St-Maurice (VS, A9) wurden mit «gut» bewertet. Der Monte-Ceneri (TI, A2) erhielt die Note «befriedigend».

Die guten Ergebnisse zeugen gemäss TCS von den Anstrengungen, die in den letzten Jahren für die Sicherheit unternommen wurden, insbesondere seit im Mai 2000 der Expertenbericht der Task Force Tunnel des ASTRA veröffentlicht wurde. Er listet Massnahmen auf für die Sicherheit von Benützern, Fahrzeugen, Betrieb und Einrichtungen.

Die Sicherheit der Tunnel wurde bewertet nach dem Risiko für die Benützer und den Sicherheitsvorkehrungen im Unglücksfall. Geprüft wurden unter anderem Verkehrsaufkommen, Anzahl der Fahrzeuge pro Stunde, Länge des Tunnels, Beleuchtung, Lüftung, Signalisation sowie - nicht zuletzt - die Fluchtwege.

Insgesamt beunruhigend

Insgesamt ergibt sich aus dem Tunneltest ein beunruhigendes Bild: Sechs Jahre nach der Brandkatastrophe im Montblanc-Tunnel bergen zahlreiche Tunnel auf wichtigen Strassenrouten in Europa grosse Gefahren. Immerhin weist jede sechste der 49 getesteten Tunnelröhren «erhebliche Sicherheitsmängel» auf.

Die Tester erteilten 18 Mal die Note «sehr gut», 14 Mal «gut» und neun Mal «ausreichend». Je 4 Tunnel mussten mit «mangelhaft» und «bedenklich» bewertet werden.

Am schlechtesten haben mit drei «mangelhaft» die italienischen Tunnel San Pellegrino, Quarto und Roccaccia auf der E 45 zwischen Cesena und Rom abgeschnitten. Der Monte Barro am Comersee und der Piedicastello am Brenner erhielten ein «gut». Weiterhin verweigern aber die privaten italienischen Tunnelbetreiber ihre Testteilnahme.

Die Testsieger sind in diesem Jahr zwei Tunnel mit identischer Punktzahl: der Markusberg-Tunnel in Luxemburg und der Ottsdorf- Tunnel bei Michelberg in Österreich.

Das Testverfahren lief in diesem Jahr erstmals als europäisches Gemeinschaftsprogramm. Dabei wurde es von der EU mit 1,5 Millionen Euro gefördert. Bis 2007 sollen weitere 150 Tunnel getestet werden.

(sda)