Katastrophe in Japan

09. Dezember 2011 11:28; Akt: 09.12.2011 12:34 Print

Ex-Direktor des AKW Fukushima hat Krebs

Der ehemalige Direktor des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima ist an Speiseröhrenkrebs erkrankt. Einen Zusammenhang mit der Atomkatastrophe gebe es aber vermutlich nicht.

Hier klicken!

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der ehemalige Direktor des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima hat Speiseröhrenkrebs. Der 56-jährige Masao Yoshida, der Ende November aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war, habe bei einem Besuch der Anlage selbst darüber gesprochen, teilte die Betreiberfirma Tepco mit.

«Er sorgte sich um die Spekulationen in den Medien über seine Krankheit», sagte eine Sprecherin am Freitag. Eigentlich habe er sich in Ruhe auf seine Behandlung konzentrieren wollen, dann aber doch entschieden, offen damit umzugehen, um die Gerüchte zu beenden.

Tepco zufolge ist es aber «extrem unwahrscheinlich», dass Yoshidas Krebserkrankung in direktem Zusammenhang mit der Atomkatastrophe in Fukushima steht.

Kein Zusammenhang mit Katastrophe

Sollte die direkte Aussetzung radioaktiver Strahlung überhaupt diese Krebsform auslösen, würde es mindestens fünf und im Durchschnitt normalerweise zehn Jahre dauern, bis er sich ausbreite, sagte die Tepco-Sprecherin unter Berufung auf Angaben von Ärzten. Ob Yoshida operiert worden ist und welche Behandlung er bekommt, sagte die Sprecherin nicht.

Yoshida hatte das Atomkraftwerk seit Juni 2010 und damit auch nach dem schweren Erdbeben und dem anschliessenden Tsunami am 11. März geleitet. Damals waren mehrere Reaktoren der Anlage schwer beschädigt worden.

Unter extremen Bedingungen koordinierte Yoshida die Aufräum- und Reparaturarbeiten an den Reaktoren, deren Brennstäbe teilweise schmolzen und grosse Mengen von Radioaktivität freisetzten.

(sda)