Vierfachmord von Annecy

09. Juli 2014 23:30; Akt: 09.07.2014 23:30 Print

Ex-Mann der Getöteten starb am selben Tag

Im mysteriösen Mordfall von Annecy kommen neue, überraschende Details ans Licht. Die Ermittler rätseln über eine verheimlichte Ehe – und einen Todesfall in den USA.

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Am hat die französische Polizei ein Phantombild eines Motorradfahrers veröffentlicht. Alle Zeugen, die den Mann erkennen, sollen sich bei der französischen Polizei melden. Jetzt wurde ein 48-jähriger Mann verhaftet. Der Killer von Annecy hat die vier Menschen offenbar mit einer Schweizer Waffe erschossen. Laut einem Ermittlungsbericht wurde eine und ist heute als Sammlerobjekt heiss begehrt. wurden in der Nähe des französischen Dorfs Chevaline eine fünfköpfige Familie und ein Velofahrer erschossen. Chevaline liegt in der Nähe von Annecy und rund 60 Kilometer südlich der Schweizer Grenze. Die Gegend ist . Bei den Todesopfern handelt es sich um den Briten (45). Der Vater dreier Kinder arbeitete in der Nuklearindustrie. Die beiden Töchter der al-Hillis haben das Massaker überlebt. Die erlitt einen Schock und ist schwer traumatisiert. Sie hatte sich über acht Stunden unter den Beinen ihrer toten Mutter versteckt und wurde erst gegen Mitternacht von den Polizisten entdeckt. Die 7-jährige Zainab musste im Spital von Grenoble und danach ins künstliche Koma versetzt werden. Am 14. September wurde sie zurück nach Grossbritannien gebracht. Ihre kleine Schwester war schon zuvor in ihr Heimatland zurückgereist. Entdeckt wurde das Massaker von einem . Dieser ist ein ehemaliges Mitglied der Royal Air Force und lebt in Frankreich. Er wurde auf der Route de la Combe d'Ire von einem anderen Velofahrer überholt, der kurz darauf erschossen wurde. Danach fuhren ihm ein 4x4-Fahrzeug («grün oder von dunkler Farbe») und ein Motorrad entgegen. Um traf der Brite auf dem Tatort ein, wo ihm die schwer verletzte Zainab (7) entgegenkam und ohnmächtig umfiel. Er legte das Mädchen in Seitenposition und alarmierte die Polizei. Jedes der Opfer hatte die beiden Männer 5 bis 7 Kugeln. Beim Auto handelte es sich um einen BMW Serie 5 mit britischem Nummernschild, es gehörte Saad al-Hilli. Die Familie al-Hilli campierte auf dem Zuvor war sie auf einem anderen Campingplatz ganz in der Nähe, den sie aber nach wenigen Tagen überstürzt verliess. Laut Aussagen von Zeugen auf dem Campingplatz . Er habe das Gelände mehrmals täglich für ca. eine halbe Stunde mit dem Auto verlassen. Die Familie al-Hilli wohnte in einem . Der Familienvater arbeitete seit 2010 für die Firma Surrey Satellite Technology (SSTL), die zivile Mikrosatelliten baut. Er war laut Aussagen eines Nachbarn im Jahr 2003 wochenlang vom Geheimdienst überwacht worden. Im Haus der al-Hillis im englischen Surrey war am Montag, 10. September, ein eingetroffen, nachdem die Polizei «verdächtiges Material» gefunden hatte. Später gab es Entwarnung, man habe nichts Verdächtiges gefunden. Die Polizei verfolgt nach und prüft, welche Art von Kontakten er noch in sein ehemaliges Heimatland unterhielt. Eine andere Spur fokussiert auf den , der in den Bereichen Satellitentechnologie, Luft- und Raumfahrtbranche tätig war. Dabei spielt seine irakische Herkunft ebenfalls eine Rolle. Weiter wird der Frage nachgegangen, ob es in der Familie al-Hilli zu gekommen war. Vor zwei Jahren war der Vater von al-Hilli gestorben, die Familie wird als vermögend bezeichnet. Der ermordete Familienvater soll Geldstreitigkeiten mit seinem Bruder gehabt haben, was Letzterer aber abstreitet. Auch das Umfeld der erschossenen , wird näher unter die Lupe genommen. Gegen die Schwedin soll es wiederholt Morddrohungen gegeben haben. Ihr Sohn, mit dem sie zusammengewohnt hat, habe mehrfach gedroht, sie und ihren vor einem Jahr verstorbenen Mann umzubringen. Der Sohn ist seit einem Monat «in den Ferien». Und schliesslich geht die Polizei auch der Theorie nach, dass das eigentliche Ziel des Mordanschlags gewesen sei. Dieser arbeitete als Metallurge in der Nuklearindustrie.

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«Wir haben einige überraschende Dinge über Iqbal al-Hilli herausgefunden und wir haben noch keine Antworten auf einige der Fragen», sagt der leitende Ermittler Benoit Vinnemann der britischen Zeitung «Guradian». Iqbal al-Hilli wurde am 5. September 2012 mit drei weiteren Personen in Annecy in den französischen Alpen erschossen, darunter ihr Ehemann Saad. Bis heute ist der Mordfall ungelöst.

Die Ermittler haben herausgefunden, dass die Frau – vor ihrer Ehe mit Saad al-Hilli – mit einem US-Amerikaner verheiratet war. Die Ehe verschwieg sie jedoch ihrer Familie.

Mysteriös: Iqbal al-Hillis Ex-Mann starb ebenfalls am 5. September 2012 in Mississippi. Die offizielle Todesursache: Herzversagen. «Gibt es ein Familiengeheimnis, das wir bisher nicht gefunden haben? Betrifft es Saad oder doch seine Frau Iqbal?», fragt sich Vinnemann. Laut Staatsanwaltschaft gibt es zwischen den beiden Todesfällen aber keinen Zusammenhang.

Nur die Kinder überlebten

Das Verbrechen in Chevaline bei Annecy gilt als einer der mysteriösesten Mordfälle der letzten Jahre. Ein Unbekannter hatte dort im September 2012 ein irakisch-stämmiges Ehepaar und die Mutter der Ehefrau in einem Auto erschossen.

Ebenfalls getötet wurde ein Velofahrer, der offenbar zufällig vorbeigefahren war. Nur die beiden kleinen Kinder des bei London wohnhaften Paares überlebten.

(woz)