Ostukraine

04. März 2015 23:23; Akt: 05.03.2015 20:51 Print

Explosion in Mine – mindestens 33 Tote

Nach dem Grubenunglück in der Ukraine ist die Zahl der Todesopfer auf 33 gestiegen. Eine Person wird noch vermisst.

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Rettungskräfte sind am Unglücksort der ukrainischen Kohlemine.

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Bei einer Grubengasexplosion in einem Kohlebergwerk der ostukrainischen Rebellenhochburg Donezk sind nach Angaben der prorussischen Separatisten mindestens 33 Kumpel ums Leben gekommen. Am Mittwochabend war noch von mindestens 24 Toten die Rede. Ein Bergarbeiter wurden nach dem Unglück in der Grube Sasjedko vom Mittwochmorgen noch vermisst. Die Rebellen machten eine Methangasexplosion für das Unglück verantwortlich.

Die ukrainische Regierung warf den Separatisten vor, nicht genügend für die Sicherheit der Kumpel in der kohlereichen Donbass-Region zu tun. Dort kommt es in den zahlreichen Bergwerken immer wieder zu Unglücken, auch durch Methangasexplosionen.

«Alle hier sind wütend»

Die Explosion ereignete sich am frühen Morgen in 1000 Meter Tiefe. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich vor Ort 230 Arbeiter, von denen die meisten in Sicherheit gebracht werden konnten. Ein 42-jähriger Kumpel, der mit Verbrennungen in einem Krankenhaus in Donezk behandelt wurde, sagte, die Explosion habe ihm die Füsse weggezogen.

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk sagte, die Rebellen hätten ein Team von 60 ukrainischen Helfern davon abgehalten, zum Bergwerk zu gelangen. Führende Rebellenvertreter bestritten jedoch, dass die ukrainischen Behörden Hilfe angeboten hätten. Rebellenführer Denis Puschilin sagte überdies, sollte Hilfe benötigt werden, würden sich die Rebellen an Russland wenden.

2014 starben bereits 99 Menschen

Im November 2007 waren in der Mine bei einem Unfall 101 Arbeiter getötet worden. Weitere 57 Arbeiter starben bei Unfällen im Dezember 2007. Das Bergwerk ist berüchtigt wegen seines hohen Grubengasgehalts. Ein Arbeiter, der nur seinen Vornamen Kostja nennen wollte, sage am Mittwoch, zwei seiner Brüder seien bei früheren Unfällen in dem Bergwerk verletzt worden. «Wir arbeiten wie die Verrückten für Peanuts», sagte er. «Wir wollen, das dieser Ort sicher ist.»

2014 kamen in den Kohlebergwerken der Ukraine 99 Menschen ums Leben. 13 von ihnen starben wegen des Kriegs, da die Bergwerke bei den Gefechten zwischen prorussischen Separatisten und Regierungstruppen getroffen worden waren.

(mlr/sda)