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11. September 2014 23:57; Akt: 12.09.2014 09:24 Print

Facebook fand dieses Baby zu gruselig

Der kleine Hudson braucht ein neues Herz. Als sein Vater auf Facebook zu Spenden aufrufen will, erhält er von der Online-Plattform eine Absage. Mit einer herzlosen Begründung.

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Aus ihrer anfänglichen Freude wurde eine Tragödie. Eine Woche nach der Geburt ihres Sohnes Hudson teilten die Ärzte den Eltern in Durham, North Carolina, mit, dass ihr Baby an der angeborenen Herzkrankheit Kardiomyopathie leide. Hudson brauche ein neues Herz, erklärten die Mediziner. Die Kosten einer solchen Behandlung belaufen sich auf rund 125'000 Dollar, umgerechnet etwa 117'000 Franken.

Hudsons Vater, der Fotograf Kevin Bond, wollte einen Spendeaufruf auf Facebook starten. Mit einem Bild seines inzwischen zwei Monate alten Sohnes wollte der Vater nicht nur Geld sammeln, sondern auch auf die Problematik der Organspende für Kinder aufmerksam machen. Auf der Anzeige ist das neugeborene Kind in seinem Spitalbettchen zu sehen, mehrere Sonden und Schläuche sind am kleinen Babykörper angebracht.

Facebook liess die Veröffentlichung des Beitrags jedoch nicht zu. So hiess es in einem Brief an die Familie: «Ihre Anzeige wurde abgelehnt, weil das Bild oder Video furchteinflössend, ekelhaft oder sensationshaschend ist und negative Reaktionen auslöst.»

Facebook entschuldigt sich

«Ich war entsetzt und traurig», sagt der Vater dem Sender ABC11. Doch Bond liess sich nicht unterkriegen. Er kopierte Facebooks Benachrichtigung auf seinem Profil und kommentierte selber dazu: «Von all dem Müll, den ihr endlos im Netz verbreitet, soll ausgerechnet ein Bild von meinem Sohn zu weit gehen?» Bilder von prügelnden Menschen oder sich anzündenden Teenagern würden zugelassen, meinte Bond, sein krankes Kind aber dürfe er nicht zeigen.

Die Reaktion des Unternehmens kam am nächsten Tag: Facebook entschuldigte sich bei Familie Bond und versicherte, dass es sich um einen Fehler gehandelt habe. Seine Anzeige dürfe der Vater natürlich publizieren.

Für die Eltern des Kleinen hat der ungewollte Medienrummel um die Anzeige immerhin positive Folgen: Am Donnerstagmorgen waren auf der Website «Hudsonsheart.com» bereits 80'000 Dollar zusammengekommen.

(kle)