Nur Velos blieben zurück

24. März 2011 07:29; Akt: 24.03.2011 09:35 Print

Fahrrad-Touristen im Libanon entführt

Sieben Radfahrer aus Estland, die von Syrien in den Libanon fuhren, wurden mit Waffengewalt in Autos gezwungen. Von ihnen fehlt jede Spur.

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Nur die Räder der Gruppe von Fahrradtouristen aus Estland blieben nach der Entführung zurück. (Bild: Keystone/AP)

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Im Osten Libanons sind sieben Fahrrad-Touristen aus Estland entführt worden. Die Esten seien am Mittwoch in der Stadt Sahle im Bekaa-Tal von Unbekannten mit vorgehaltener Waffe gezwungen worden, in drei Fahrzeuge zu steigen, sagte ein Sicherheitsbeamter.

Der estnische Honorarkonsul in Libanon bestätigte die Entführung. Nach Angaben des Sicherheitsbeamten, der anonym bleiben wollte, waren die Esten aus Syrien über den Grenzübergang bei Masnaa gekommen.

In der Industriestadt Sahle sei die Gruppe von Unbekannten in zwei Kleinbussen und einem Auto ohne Nummernschild gestoppt worden. Die Entführer hätten die Touristen mitgenommen, die Fahrräder und das Gepäck jedoch vor Ort zurückgelassen. Die drei Fahrzeuge seien in Richtung des Dorfs Kfarsabad fünf Kilometer vor der syrischen Grenze gefahren.

Seltene Entführungen

Dort befindet sich nach Angaben des Beamten ein Stützpunkt der Volksfront für die Befreiung Palästinas. Dies ist eine bewaffnete pro-syrische palästinensische Untergrundorganisation. Sie verfügt den Angaben zufolge in der Region über mehrere weitere Militärbasen.

Das Bekaa-Tal im Osten Libanons gilt als Hochburg der Hisbollah und anderer bewaffneter Gruppen. Während des libanesischen Bürgerkriegs 1975 bis 1990 waren in Libanon mehrfach Ausländer entführt worden. Seit dem Ende des Krieges ist die Entführung von ausländischen Touristen in dem Land jedoch sehr selten.

Im September 2010 waren zwei polnische Touristen im Bekaa-Tal vorübergehend von einem einflussreichen Clan entführt worden. Der polnische Konsul sprach anschliessend von einem Versehen.

(sda)