Umfrage

17. Juni 2011 10:41; Akt: 17.06.2011 12:27 Print

Familien sind «glücklich», aber nicht «heil»

Die Familie hat in der Schweiz nach wie vor einen hohen Stellenwert: Zu diesem Schluss kommt eine repräsentative Umfrage. Viele Eltern wünschen sich aber verbesserte Betreuungsangebote.

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Schweizer Familien sind laut eigenen Angaben in der Regel glücklich. (Bild: Keystone)

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Die grosse Mehrheit der Eltern in der deutschen Schweiz fühlt sich «glücklich» oder sogar «sehr glücklich». Zu diesem Ergebnis kommt das Familienbarometer 2011 des Elternmagazins «Fritz Fränzi». Als heil wird das Familienleben aber nicht wahrgenommen.

Zum subjektiven Glücksgefühl befragte die Firma «marketing one» im Auftrag des Elternmagazins zwischen dem 3. und 23. März dieses Jahres 1000 Personen in der Deutschschweiz. Die Umfrage vermittle ein repräsentatives Bild zur heutigen Befindlichkeit der Schweizer Familien, schreibt Redaktionsleiterin Eveline von Arx in einer Mitteilung vom Freitag.

Insgesamt gaben 50 Prozent der befragten Personen an, «glücklich» zu sein in ihren Familien. 47 Prozent der Paarhaushalte und 40 Prozent der Einelternhaushalte fühlen sich sogar «sehr glücklich».

Dieses Glücksempfinden stehe im Kontrast zur Erfahrung, dass die Schweiz nicht als familienfreundliches Land wahrgenommen werde, heisst es in der Mitteilung. So gab mehr als die Hälfte der Befragten an, dass für Familien mehr getan werden könnte.

Verbesserungsmöglichkeiten sehen die Eltern vor allen in den Betreuungsangeboten. 29 Prozent wünschten sich Steuervorteile und fast ein Fünftel findet, dass die Kinderzulagen erhöht werden sollten.

Familienarbeit hat tiefen Stellenwert

Kontrovers sind die Meinungen über den Wert der Familienarbeit in der Gesellschaft. Für mehr als die Hälfte der Befragten hat Familienarbeit einen tiefen Stellenwert. Die grosse Mehrheit ist zudem der Meinung, dass Hausfrauen und -männern ein Lohn zustehen sollte.

Die Umfrage zur Befindlichkeit der Eltern führte «Fritz Fränzi» aus Anlass des 10-Jahr-Jubiläums durch. Das Magazin richtet sich vor allem an Familien und will nach eigenen Angaben einerseits Eltern in ihrer Kompetenz stärken, andererseits aber auch die Öffentlichkeit für familienspezifische Themen sensibilisieren.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fran am 17.06.2011 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenverantwortung

    Der Staat sollte sich nicht noch mehr in die Kindererziehung einmischen. Es reicht langsam. Nicht noch mehr Geld geben. Ich finde auch, dass die Aufgabe der Eltern ist, das Kind zu erziehen und man nur im Notfall das Kind in eine Krippe geben sollte.

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  • Monika Peter am 17.06.2011 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Familien brauchen mehr Teilzeitstellen

    Wieso wird eigentlich immer mehr Kinderbetreung gefordert? Ich kenne etliche Mütter, mich eingeschlossen, die keinen der Ausbildung entsprechenden Teilzeitjob finden. Hat man eine Stelle, kriegt man auch immer die Betreung irgendwie hin. Aus meiner Sicht sollten sich die Arbeitgeber mal überlegen, ob die Frauen nicht ein Potential sind, das man auch nützen könnte! Braucht nur beidseitig etwas Flexibilität!

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  • K.L. am 17.06.2011 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Familienfreundliche Schweiz?

    Zeigt ein solches Umfrageergebnis, dass die Schweiz doch familienfreundlicher ist, als angenommen? Ich glaube eher, dass die glücklichen Familien TROTZ den vielen Nachteilen (vor allem finanzieller Art), die man in der Schweiz als Familie hat, glücklich sind.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandra am 18.06.2011 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Prioritäten setzen

    Als unsere 2 Kinder klein waren,hatte mein Mann kein grosse Einkommen (brutto weniger als Fr. 5000). Doch wir schafften es, obwohl ich Vollzeitmami sein wollte und durfte. Doch wir hatten uns für Kinder entschieden. Sie waren und sind unsere Freude und darum konnten und können wir auch auf weniger wichtige Dinge verzichten. Der Einsatz hat sich gelohnt, sie sind bzw. kommen jetzt in die Lehre und sind zu tollen jungen Menschen herangewachsen.

  • Doris am 17.06.2011 20:40 Report Diesen Beitrag melden

    Eltern-Eigenverantwortung ist gefragt

    und nicht irgend eine Fantasie-Betreuungs-Form/Gesellschaft-Magazin von Bessernwissern.

  • Alice am 17.06.2011 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Veraltet

    Das Modell Familie geht ja doch in jedem 2ten Fall den Bach runter...(Scheidungsrate über 50%). Da muss man es sich schon sehr gut über legen. Und KEINER hat Kinder wegen der AHV. Denn auch dieses Modell wird schon bald nicht mehr funktionieren.

    • Jean de Carouge am 17.06.2011 22:44 Report Diesen Beitrag melden

      So ein Quatsch!

      Grund der hohen Scheidungsrate ist ein rein praktischer. Die klassische Familie (aus Ehe zwischen Mann und Frau!) ist die menschlichste Lebensform. Auch meine Frau und ich werden scheiden sobald der erste dieser beiden Situationen eintritt: 1) AHV-Alter steht bevor - ich will nämlich nicht mit einer reduzierten AHV für Ehepaare bestraft werden. Lieber geschieden, trotzdem zusammenleben, und mehr AHV erhalten. 2) der Steuerbetrag Unterschied für den addierten Lohn von mir und meiner Frau grösser wird als ein halber Monatslohn von mir gegenüber wenn wir geschieden wären

    • Joe Kilchmann am 18.06.2011 09:12 Report Diesen Beitrag melden

      Weiterdenken bitte

      Liebe Alice, auch wenn jede zweite Ehe den Bach runter geht, das Leben geht weiter und es folgt die Patchwork Familie, wo manch einer auch glücklich ist. Ihne Kerngruppe wird das Individuum nicht froh

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  • Marc Ellis am 17.06.2011 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Man kann nicht alles haben

    Warum braucht es mehr Betreuungsangebote? Ich fände es besser, wenn man Familien Steuervorteile und mehr Familienzulagen gibt. Das ist sinnvoller. Dann müssen nicht beide 100% arbeiten gehen! Zudem braucht es mehr Teilzeit-Stellen. Bei vielen gutbezahlten Jobs gibt es nur 100%. Das ist sehr schade! Aber eben, man kann nicht alles haben. Mein Kind zeigt mir wenigstens, dass es mich gern hat. Mein Auto, mein grosser Fernseher usw. können da nicht mithalten...

  • Fran am 17.06.2011 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenverantwortung

    Der Staat sollte sich nicht noch mehr in die Kindererziehung einmischen. Es reicht langsam. Nicht noch mehr Geld geben. Ich finde auch, dass die Aufgabe der Eltern ist, das Kind zu erziehen und man nur im Notfall das Kind in eine Krippe geben sollte.

    • Antonio am 18.06.2011 08:28 Report Diesen Beitrag melden

      Eigenverantwortung für Kinderlose

      Aber wenigstens sollten Verheiratete nicht (wie bisher) mehr Steuern bezahlen müssen, als Unverheiratete. Das ist ein Skandal. Genauso, dass Verheiratete weniger AHV erhalten. Im Gegenteil: Wer so viel Geld in die Zukunft investiert, sollte auch davon profitieren können, im Gegensatz zu Doppelverdienern ohne Kinder, welche dafür sparen können. Mehr Eigenverantwortung für Kinderlose!

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