Weniger Stress, mehr Leistung

18. Juli 2018 10:20; Akt: 18.07.2018 12:58 Print

Firma führt 4-Tage-Woche ein, zahlt aber vollen Lohn

Ein neuseeländisches Unternehmen ändert nach einem Test sein Arbeitsmodell. Die 4-Tage-Woche habe zu mehr Zufriedenheit bei den Mitarbeitern gesorgt.

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In Neuseeland stellt ein Unternehmen von der 5- auf die 4-Tage-Woche um. Das Resultat: kein Rückgang bei der Produktivität, aber mehr Zufriedenheit bei den Mitarbeitern. In den letzten fünf Jahren ging in der Schweiz die tatsächliche wöchentliche Arbeitszeit bei Arbeitnehmern mit Vollzeitstelle durchschnittlich um 15 Minuten auf 41 Stunden und 7 Minuten zurück. Die Resultate der Studie beruhen auf einer repräsentativen Stichprobenerhebung von rund 120'000 Personen pro Jahr, die über einen Zeitraum von 18 Monaten befragt wurden. Dafür wurden von den gemeldeten Arbeitsstunden Absenzen und Ferientage abgezogen und allfällige Überstunden hinzugerechnet. Bei den 20-Minuten-Lesern sorgte diese Meldung für emotionale Kommentare. Viele bemängeln, dass ihre Arbeitsstunden nicht abgenommen hätten oder höher als der Durchschnittswert seien. Am längsten gearbeitet wird in Branchen wie der Land- ... ... und Forstwirtschaft. Hier beträgt die tatsächliche wöchentliche Arbeitszeit 45 Stunden und 35 Minuten. Der Ländervergleich des Bundesamtes für Statistik zeigt: Am höchsten ist die Arbeitszeit bei Vollzeitarbeitnehmenden in Island (42 Stunden und 54 Minuten). Die Schweiz liegt auf dem 2. Platz mit 42 Stunden und 36 Minuten. Danach ... ... folgt das Vereinigte Königreich mit 40 Stunden und 42 Minuten, dann ... ... Rumänien mit 40 Stunden und 36 Minuten. Auf dem zweitletzten Platz liegt ... ... Finnland mit 37 Stunden und 48 Minuten. Die geringste Arbeitszeit ... ... verzeichnet Frankreich mit 37 Stunden und 36 Minuten.

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Ein Unternehmen in Neuseeland will nach einem erfolgreichen achtwöchigen Test die 4-Tage-Woche für seine Mitarbeiter dauerhaft einführen. «Die Produktivität stieg geringfügig an, der Stresslevel sank», sagte der Geschäftsführer der Fondsgesellschaft Perpetual Guardian, Andrew Barnes, am Mittwoch einem Radiosender.

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Im März hatte das Unternehmen das Experiment für alle 240 Mitarbeiter gestartet – bei vollem Lohnausgleich. Ein Forscherteam der Universität Auckland begleitete den Test, um den Einfluss auf die Belegschaft zu überwachen.

Kein Rückgang der Produktivität

Barnes sagte der Zeitung «New Zealand Herald», man habe einen massiven Anstieg beim Engagement und der Zufriedenheit der Belegschaft über die Arbeit gesehen. Bei der Produktivität habe es keinen Rückgang gegeben.

Während vor dem Test 54 Prozent der Angestellten mit dem Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben zufrieden gewesen seien, sei diese Zahl während des Tests auf 78 Prozent gestiegen. Es habe sich gezeigt, dass die reduzierte Stundenanzahl keinen Einfluss auf die wöchentliche Produktivität gehabt habe. Er würde jedem Unternehmen in Neuseeland empfehlen, die 4-Tage-Woche zu erproben.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pikachu am 18.07.2018 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Innovativ

    Schade wird so etwas bei uns in der Schweiz nie möglich sein. Hier hat man Angst vor (Wirtschaftlichen) Veränderungen/Anpassungen und das obwohl so eine 4-Tage Woche für ALLE Beteiligten eine Bereicherung wäre und nichts an unserem Wohlstand ändern würde...

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  • Name am 18.07.2018 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Es würden

    auch 7 Stunden an 5 Tagen reichen. Ich arbeite 80 % und bin zufrieden damit, ich würde nicht 5 Tage arbeiten wollen. Dafür stecke ich finanziell zurück, aber das ist es mir Wert.

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  • Rheintaler am 18.07.2018 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Bevor wir wieder

    so eine sinnfreie Abstimmung starten die eh gebodigt wird probieren wir doch mal zuerst 5 Wochen Urlaub für alle und nicht nur für die "Privilegierten"

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jammern kann jeder am 19.07.2018 02:24 Report Diesen Beitrag melden

    Kürzeres Pensum zu 100% Lohn - das geht nicht auf

    4-Tageswoche zum gleichen Lohn? Wer soll das zahlen? Der Kunde? Also schlussendlich WIR? Dafür das WIR in 4 Tagen eine 5-Tages-Produktivität erzielen müssen? Also zahlen WIR schlussendlich mehr, damit WIR weniger arbeiten können? Stellt euch mal vor ihr habt einen Autounfall und es kommt keiner ... weil es einfach zu wenig MA hat um den Notfall aufrecht zu halten und mehr MA können nicht angestellt werden, weil das Geld fehlt - denn schliesslich wollen WIR ja 100% Lohn für 80% Arbeit! Es sind immer die Gleichen die reklamieren - über die AG lästern. Ändert euer Leben! Jammern kann jeder

    • Mariiiiiiiaaa am 19.07.2018 09:52 Report Diesen Beitrag melden

      Gesunde, Motivierte arbeiter leisten meh

      Diese Thema ist in diverse Länder in Abklärung, auch in die Schweiz. Diese würde gerade im meine Letute Weiterbildung angesprochen. Mit der Industrie 4.0 und die ganze Modernisierung sind weniger arbeitskräft benötigt weil die Maschinen menschen ersetzen. Nun werden viele Leute arbeitslos. Nehmen wir jetzt an eine maschine ersetzt 20% der Arbeit ein Mensch, also musste man 1 person Künden(bei ein Team von 5 Personen) aber anstatt künden könnten diese Person bleiben und die Pensum von alle wird reduziert. Die firma produziert aber gleich viel, also ist machbar. Dazu wird Motivation höher.

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  • Fabrikbüezer am 18.07.2018 23:41 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher kein Hersteller von Konsumgütern

    Im Schichtbetrieb würden nur die Kosten massiv höher werden oder die Tagesarbeitszeiten. Wir als Exportorientierte Firma sind bei diesem Eurokurs längst noch nicht mit einem Vernünftigen EIBT unterwegs.

  • Christian Z am 18.07.2018 22:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frage was 100% ist

    Einfach ein Lohnband mit maximal 80% des Lohnes einführen und die Arbeitszeiten derart verkürzen und schon sind alle glücklich. Günstigere Fachkräfte einstellen und die Produktion und Zufriedenheit steigt zu 100%. Eine Überlegung wert und einfache Motivation. Alles richtig gemacht!

  • Modedesigner am 18.07.2018 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nullsumme

    Das ist dasselbe wie bei der 6-Wochen Ferien Debatte. Die Arbeit muss nun statt in 5 in 4 Tagen erledigt werden. Das heisst 4 Tage Dauerstress, danach braucht man darum länger zum Erholen als bei der 5 Tagewoche. Allerhöchstens ein Nullsummenspiel das niemandem etwas bringt

  • DM am 18.07.2018 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In vielen Jobs nicht umsetzbar

    In unserer Branche wohl kaum denkbar. Als Physio haben wir im Halbstundentakt Patientem, also ca. 14-16 Patienten pro Tag. Wird ein Tag weniger gearbeitet bei gleichem Lohn gibt das ca. 700-800.-/ Woche und Angestellter weniger Einnahmen. Bei 10 Mitarbeitern pro Monat also 32'000.- weniger Einnahmen... Das mag vielleicht bei gewissen Jobs gehen, bei ganz vielen ist es jedoch kaum umsetzbar.

    • Art. am 19.07.2018 00:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @DM

      Und wenn Sie an den vier Tagen jeweils zwei Stunden länger arbeiten dürften, würde es sich dann immer noch nicht lohnen?

    • Bartli am 19.07.2018 12:08 Report Diesen Beitrag melden

      Hauptsache Gier nach mehr

      @DM. Dann Schraubt halt mal die Patientenzahl runter oder verdient ihr etwa zu wenig? Wie wäre es denn mit einer Physiopraxis mehr die das ausgleichen könnte? Schafft Arbeitsplätze und Steuereinnahmen, anstatt Klienten wie Fliessbandgut in die Zeit reindrücken.

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