Mysteriöser Sardellentod

09. März 2011 15:40; Akt: 09.03.2011 15:40 Print

Fischesterben in kalifornischem Hafen

Dicke Luft herrscht derzeit in einer kalifornischen Küstenstadt: Millionen toter Fische gammeln dort im Hafen vor sich hin - so viele wie noch nie.

(Quelle: AP Video)
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Den Anwohnern des Bootshafens King Harbour an der Küste von Santa Monica Bay, Kalifornien, stinkts gewaltig. Grund dafür sind Millionen toter Fische, die wohl aufgrund des knappen Sauerstoffgehalts im Hafenbecken verendet waren, teilte das kalifornische Umweltschutzdepartement California Fish and Game mit.

Örtlichen Behörden zufolge liege auf dem Meeresboden eine rund fünfzig Zentimeter dicke Schicht toter Fische. Bei den leblosen Meerestieren handelt es sich vorwiegend um Sardellen und Sardinen. Gemäss den bisherigen Untersuchungen sei der Vorfall «unüblich, aber ein natürliches Vorkommnis», so Fish-and-Game-Sprecher Andrew Hughan in einem Gespräch mit AP Television. Wasserproben hätten weder Öl- noch Chemierückstände ergeben.

Noch nie in diesem Ausmass erlebt

Einige der Kadaver werden nun in einem Labor des Umweltschutzdepartements genauer untersucht. Dass ein Sauerstoffmangel die Ursache für das Massensterben ist, sei so gut wie sicher, meint Hughan. Er vermutet, dass die Tiere über Nacht in den Hafen gelangt seien und den Weg zurück ins Meer nicht finden konnten. Ein Fischesterben in diesem Ausmass hätten die lokalen Fischer noch nie erlebt, so Hughan weiter. Mit Netzen und Kübeln befreien nun die örtliche Feuerwehr, die Hafenpatrouille und städtische Reinigungsteams das Wasser von den tonnenschweren Kadavermassen.

Festschmaus und purer Graus

Die toten Fische werden mit Lastwagen auf einer Mülldeponie für organische Materialien entsorgt. Die Kosten für die Reinigungsarbeiten dürften sich auf rund 100 000 US-Dollar belaufen. Während der Zwischenfall für Pelikane, Möwen und andere Aasfresser einen Festschmaus bildet, ist der Gestank toter Fische für die Menschen in der Umgebung der reine Graus.

(dga)