Weinend am Meer

09. Juli 2018 10:41; Akt: 09.07.2018 10:56 Print

Dieser Mann bewegt das Internet

Ein einfaches Bild, das so viel sagt: Tagtäglich sitzt ein Rentner am Meeresufer. Ein Porträt seiner verstorbenen Frau hat er immer dabei.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Fotograf Giorgio Moffa wusste nicht viel über den alten Mann auf der Bank am Meeresufer, der ein Foto seiner verstorbenen Frau neben sich aufgestellt hatte. Aus Respekt zögerte er lange, bis er ihn ansprach. Mehrere Tage lang wiederholte der ältere Mann das immer gleiche Ritual: Er kam, um in Gaeta in der Nähe von Rom am Meer zu sitzen. Da er weinte, vermutete Giorgio, dass es sich bei dem Portät um die verstorbene Frau des Mannes handeln musste.

Umfrage
Machen Sie manchmal auch Dinge für Verstorbene, die Ihnen nahestanden?

Bewegt von der Trauer dieses Fremden, entschied er sich, ihm Tribut zu zollen, indem er ein Foto von ihm auf Facebook veröffentlichte. «Ich kenne diesen grossartigen Menschen nicht. Ich weiss nur, dass er sicher grosse Liebe in seinem Leben erfahren haben muss», schrieb der Italiener und fügte hinzu: «Ich glaube, dass Männer wie er, nicht mehr geboren werden. Ich halte dich fest in meinen Armen, lieber Freund, du bist ein grosser Mann.»

Ein Ort, der beiden am Herzen lag

Am vergangenen Sonntag gepostet und dann von «La Repubblica» entdeckt, wurde Giorgios Foto mittlerweile über 3800 Mal geteilt. Die Menschen in den sozialen Netzwerken versuchen überall auf der Welt, Worte für die schöne und gleichzeitig herzzerreissende Szene zu finden. In den Kommentaren erklärt Giorgio später, dass er dem Mann endlich einen Kaffee angeboten und dieser ihm seine Geschichte erzählt habe: Die Frau auf dem Foto ist tatsächlich seine vor sieben Jahren verstorbene Ehefrau.

Der Ort bedeutet ihm so viel, weil er und sie als Kinder dort geschwommen sind. «Er sagte mir, wann immer er könnte, würde er seine Frau mitnehmen», so der Italiener. «Dieses Foto ist das Symbol des Lebens», kommentiert ein Internetnutzer. «Es zeigt, wie wunderbar und unsterblich Liebe sein kann», schreibt ein anderer Facebook-Nutzer. Laut Giorgio kann der Rentner auf die Unterstützung seiner drei Kinder zählen.

(joc)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ellen am 09.07.2018 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Die Gefühle von Traurigkeit und oh wie schön führen gerade in mir einen Kampf! So Geschichten machen einem bewusst wie vergänglich das Leben sein kann aber auch wie ewig Erinnerungen leben können! Einfach nur schön!

    einklappen einklappen
  • M.D. am 09.07.2018 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    xxx

    super, dass escin der heutigen Zeit noch solche Gefühle gibt.... mit dem Internet, den sozialen Gruppierungen geht das je länger je mehr verloren !! Es gibt noch anderes als Geld und Macht, umd dieses andere hat einen unbezahlbaren Wert. In der heutigen Zeit geht dieser Aspekt etwas verloren.

    einklappen einklappen
  • Sensibelchen am 09.07.2018 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ich weine nicht

    Aber was ist das für eine komische Flüssigkeit in meinen Augen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter am 11.07.2018 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Trotzdem Ja zum Leben sagen

    Das Bild und diese Geschichte sagen uns eines: "Trotzdem Ja zum Leben sagen" - egal was auch passieren mag, wie gross der Schmerz, Kummer oder Sorgen sein mögen.

  • Jj am 10.07.2018 20:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Worte

    Woooow es gibt sie doch noch, die ewige Liebe!

  • Da Mü am 10.07.2018 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Seufz...

    Ich hoffe, irgendwann endlich auch mal jemand zu finden, der mich ernsthaft so liebt und sich ein Leben ohne mich nicht vorstellen kann. Endlich einmal nicht belogen und betrogen werden. Es gibt bestimmt nichts schöneres als so geliebt zu werden.

  • Schirna am 10.07.2018 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Zu Zuvericht und der Glaube daran...

    Ich habe von 4.1/2 Jahren meinen Liebsten ,denn ich gerade mal 6 Jahre 9 Monate und 10 Tage gekannt gefunden und sehr geliebt habe, durch einen sehr schweren Unfall verloren. Ich bin mit sicher das jedes Mal (und das Täglich mehrmals) meinen Liebsten dereinst wenn ich über die Regenbogenbrücke gehe, ich in wieder finden werden. Wenn der Schmerz so gross ist über den Verlust , dann kann man nur mit diesem glauben und dieser Zuversicht weiter leben.

  • Name am 10.07.2018 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Verlust

    Wenn ich daran denke, ohne meinen Schatz sein zu müssen, dann wird mir auch ganz anders. Ich wäre vermutlich schwer depressiv und nur am Weinen. Wenn man den einen Menschen getroffen hat, dann spürt man das und ich glaube, so ein Verlust lässt sich nie ganz verarbeiten.