«MSC Zoe»

03. Januar 2019 23:46; Akt: 04.01.2019 12:08 Print

Frachter verliert Container – Konsequenzen gefordert

Nachdem ein Frachter wegen eines Sturms 270 Container verloren hat, fordert Niedersachsens Umweltminister Massnahmen. Möglich seien etwa Sender für Behälter mit Gefahrgut.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die knapp 400 Meter lange MSC Zoe hat in der Nacht zum Mittwoch in einem Sturm auf der Nordsee bis zu 270 Container verloren. Nach der Havarie hat Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) Konsequenzen gefordert. Es stelle sich die Frage, wie Dutzende Container von dem Schiff über Bord hätten gehen können und ob menschliches Versagen vorliege, sagte Lies dem Sender Radio FFN am Donnerstag.

Angesichts der Schwierigkeit, die verlorenen Container im Meer zu orten, stelle sich die Frage nach einer Vorsorge. Denkbar sei es beispielsweise, zumindest Gefahrgutbehälter mit Sendern auszustatten, um ein möglichst schnelles Auffinden zu ermöglichen, sagte der Minister. Zudem müsse künftig dafür gesorgt werden, dass Gefahrgutcontainer auf Frachtern an Stellen gelagert werden, wo sie einem möglichst geringen Risiko ausgesetzt seien.

Beutel mit Peroxid-Pulver angeschwemmt

Nach derzeitiger Kenntnis der für Seenotfälle zuständigen deutschen Einsatzzentrale waren maximal drei Container mit Gefahrgut beladen. Diese sind bislang noch nicht gefunden worden.

Am Strand der niederländischen Insel Schiermonnikoog wurde am Donnerstag ein Beutel mit 25 Kilogramm hochbrennbarem organischem Peroxid-Pulver angeschwemmt. Das Pulver kann bei Kontakt zu Hautverätzungen führen. Nach Angaben der niederländischen Küstenwache befanden sich unter den verlorenen Containern drei mit Peroxid-Pulver.


Video: Reuters

Von den verlorenen Containern sind bisher rund 20 in niederländischen und weitere sechs in deutschen Gewässern geortet worden. Auf mehreren niederländischen Inseln wurde tonnenweise Strandgut aus den Containern angeschwemmt, darunter Flachbildfernseher und Spielzeug sowie grosse Mengen Styropor. Zahlreiche Freiwillige helfen bei den Aufräumarbeiten an den Stränden, auch die Armee wurde zur Hilfe gerufen.

(vro/sda)