Frachtschiff gekentert

14. März 2019 18:34; Akt: 14.03.2019 21:51 Print

Zweiter Ölteppich vor Frankreichs Küste entdeckt

Vor zwei Tagen ist an der französischen Westküste ein mit Öl und «Gefahrgut» beladenes Frachtschiff gekentert. Die Behörden kämpfen derzeit gegen eine Ölpest an.

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Nach dem Untergang des italienischen Frachtschiffs «Grande America» im Golf von Biskaya kämpfen die französischen Behörden gegen eine drohende Ölverschmutzung an den Stränden der Atlantikküste. Zwei Tage nach dem Schiffsunglück wurde ein zweiter Ölteppich entdeckt.

Der zweite Ölteppich sei neun Kilometer lang und sieben Kilometer breit, teilte ein Sprecher der Meerespräfektur am Donnerstag bei einer Medienkonferenz mit Umweltminister François de Rugy in Brest mit.

Der Ölteppich wurde rund 20 Kilometer entfernt von einem ersten entdeckt, dessen Ausmass die Präfektur nun mit 13 Kilometern Länge und sieben Kilometern Breite angibt. Der neue Ölfilm sei weniger dicht als der erste, sagte der Sprecher.

Die Behörden fürchten eine Ölverschmutzung an den beliebten Stränden der Atlantikküste wenige Wochen vor den Osterferien. Nach den Worten des Umweltministers droht aber keine Ölpest wie nach dem Untergang des Tankers «Erika» vor der bretonischen Küste 1999.

Das mit Öl und Gefahrgut beladene Frachtschiff und gekenterte Frachtschiff «Grande America». (Video: Reuters, AFP)

2200 Tonnen Schweröl

Die «Grande America» war am Dienstag nach einem Brand gut 330 Kilometer vor der französischen Westküste gesunken. Das Frachtschiff hatte nach Angaben der Behörden rund 2200 Tonnen Schweröl geladen, bei der Havarie der «Erika» 1999 waren rund 17'000 Tonnen Öl ins Meer gelaufen, also fast achtmal so viel.

Zwei Aufklärungsflugzeuge waren im Einsatz, um die Ausbreitung des Öls im Meer zu beobachten. Ein Spezialschiff gegen Umweltverschmutzung erreichte bereits das Unglücksgebiet, weitere sollen folgen. Wenn es die Wetterbedingungen erlauben, soll ein Teil des ausgelaufenen Öls noch auf dem Meer abgepumpt werden. Zudem könnten schwimmende Absperrungen zum Einsatz kommen, die Schmutz von der Küste fernhalten sollen.

Laut de Rugy könnte auch ein Unterwasser-Roboter zum Einsatz kommen. Das Wrack des Frachters liegt in rund 4500 Metern Tiefe. Für Taucher ist es damit unerreichbar.

45 Container mit «Gefahrgut»

Nach Angaben des Meerespräfekten Jean-Louis Lozier bat Frankreich zudem die Europäische Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs (EMSA) um Unterstützung. Die "Grande America" hatte nach Angaben der Meerespräfektur 45 Container mit "Gefahrgut" und 2200 Tonnen Öl geladen. Um welche Art von Gefahrgut es sich handelt, erläuterte Lozier nicht.

( /sda)