Revolution am Arbeitsplatz

03. Juli 2014 19:41; Akt: 03.07.2014 19:56 Print

Franzosen bangen um ihr Gläschen Wein

Wein, Bier und Cidre waren in Frankreich bisher auch am Arbeitsplatz erlaubt. Wegen Gesundheits- und Unfallgefahren für die Angestellten könnte sich nun ein Verbot für alle Alkoholika durchsetzen.

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Für die Franzosen ist es fast ein Einschnitt in ihre Kulturgeschichte: Ab sofort können Wein und Cidre am Arbeitsplatz verboten werden. Das sieht ein Dekret der sozialistischen Regierung in Paris vor, das am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Demnach dürfen Arbeitgeber wegen Gesundheits- und Unfallgefahren für ihre Angestellten künftig auch Wein, Cidre oder Bier am Arbeitsplatz verbieten.

Bisher sah die Arbeitsgesetzgebung vor, dass «kein alkoholisches Getränk ausser Wein, Bier, Apfelwein oder Birnenmost am Arbeitsplatz erlaubt ist». In Frankreich, wo häufig ein Umtrunk am Arbeitsplatz bei Geburtstagen, Abschieden oder allen möglichen anderen Anlässen abgehalten wird, könnte das eine kleine Revolution der Unternehmenskultur bedeuten – vorausgesetzt, die Arbeitgeber nutzen das Dekret für ein Verbot.

Das Arbeitsministerium, das das neue Dekret ausarbeiten liess, verweist insbesondere auf den hohen Alkoholkonsum in Frankreich. Franzosen über 15 Jahre nehmen im Durchschnitt pro Tag 2,7 Gläser eines alkoholischen Getränks zu sich. Alkoholmissbrauch wird für täglich 134 Todesfälle verantwortlich gemacht.

(sda)