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24. April 2019 19:19; Akt: 24.04.2019 19:19 Print

Frau erwacht nach 27 Jahren aus dem Koma

1991 fiel Munira Abdulla aus den Emiraten (VAE) nach einem Unfall ins Koma. Nun ist sie wieder zu sich gekommen. Ihr Sohn hatte die Hoffnung nie aufgegeben.

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Das Leben der 32-jährigen Munira Abdulla änderte sich 1991 schlagartig. Nachdem sie und ihr Schwager ihren vierjährigen Sohn Omar von der Schule abgeholt hatten, wollten sie nach Hause fahren. Doch auf dem Weg kollidierte ihr Fahrzeug mit einem Schulbus. Abdulla sass mit ihrem Sohn auf dem Rücksitz. Als sie den Unfall kommen sah, warf sie sich über den Vierjährigen, um ihn zu schützen. Für die Mutter hatte der Unfall gravierende Konsequenzen: Sie erlitt schwere Hirnverletzungen und fiel ins Koma.

27 Jahre lang blieb sie nun in diesem Zustand. «Ich habe sie nie aufgegeben, weil ich immer das Gefühl hatte, eines Tages würde sie aufwachen», sagt der mittlerweile 32-jährige Sohn Omar zu «The National». Ganz im Gegensatz zu den Ärzten: Von Beginn an bezweifelten sie, dass Munira Abdulla jemals wieder erwachen würde und nannten sie laut Omar einen «hoffnungslosen Fall». Über all die Jahre besuchte der Sohn seine Mutter regelmässig im Spital. «Ich habe es nie bedauert», sagt er. «Für mich war sie wie Gold, je mehr Zeit verging, desto wertvoller wurde sie für mich.»

«Über Jahre hinweg habe ich von diesem Moment geträumt, und mein Name war das erste Wort, das sie sagte.»

Mehrere Jahre verbrachte die Frau in Spitälern in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Schliesslich wurde die Frau nach Deutschland verlegt. In der Schön Klinik in Bad Aibling, südlich von München, wurde sie fortan behandelt. Und tatsächlich begann Abdulla, ihre Umgebung allmählich wahrzunehmen.

Eines Tages sei er aufgewacht, als jemand seinen Namen gerufen habe, erzählt der Sohn. «Sie war es. Sie rief meinen Namen. Ich war so glücklich. Über Jahre hinweg habe ich von diesem Moment geträumt, und mein Name war das erste Wort, das sie sagte.»

Mittlerweile kann Abdulla mitteilen, wo sie Schmerzen fühlt. Zudem könne er Gespräche über Dinge mit ihr führen, die sie interessierten, sagt der Sohn zum Portal. In der Zwischenzeit wurde die Frau wieder in die Emirate verlegt. Ihr Sohn will nun anderen Hoffnung machen: «Ich teile ihre Geschichte, um den Leuten mitzuteilen, dass sie nie die Hoffnung für ihre Liebsten aufgeben sollten. Haltet sie nicht für tot, wenn sie in einem solchen Zustand sind.»

(vro)