37 000 Franken Busse

17. März 2011 22:32; Akt: 18.03.2011 00:49 Print

Frau hielt Afrikanerin als Sklavin

In Grossbri­tannien ist erstmals ein Gerichtsurteil wegen «moderner Sklaverei» gefällt worden: Eine Afrikanerin war bei einer Britin angestellt - für 14,50 Franken pro Woche.

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Eine 68-jährige ehemalige Spitaldirektorin wurde von einem Gericht in London zu einer Entschädigungszahlung von umgerechnet 25 000 Pfund (rund 37 000 Franken) verurteilt. Die Frau hatte in ihrem Privathaushalt eine Afrikanerin 18 Stunden am Tag und nahezu ohne Bezahlung für sich arbeiten lassen. Dass er der Angeklagten eine Gefängnisstrafe ersparte, begründete Richter Geoffrey Rivlin mit ihrem schlechten Gesundheitszustand.

Das Gericht verurteilte die Frau auch wegen Menschenschmuggels. Sie hatte ein Spital in Tansania geleitet und die dort arbeitende Afrikanerin nach Grossbritannien mitgenommen. «Sie hätten sich locker eine anständige Bezahlung leisten können», sagte der Richter zu der 68-Jährigen. «Aber Sie entschieden sich, nichts zu geben.» Er bezeichnete das Verhalten der Frau gegenüber ihrer Hausangestellten als «gefühllos und habgierig».

Die heute 49-jährige Afrikanerin hatte zunächst einen Hungerlohn von zehn Pfund pro Woche erhalten, nach einem Jahr aber gar nichts mehr. Sie durfte das Haus nicht verlassen und bekam als Nahrung lediglich Brot. Die ehemalige Hausangestellte sagte, sie sei «wie eine Sklavin» behandelt worden. Sie habe anfangs die Hoffnung auf ein Gehalt und ein besseres Leben gehabt.