«Möseale Ejakulation»

27. April 2018 11:11; Akt: 27.04.2018 12:37 Print

Frauen lernen an Uni Masturbieren und Squirten

Erregte Gemüter in Bielefeld: An der Universität werden Frauen in die Kunst der Selbstbefriedigung eingeführt.

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Ein Kurs-Angebot eines deutschen Studentenausschusses AStA sorgt derzeit für Furore: Im Rahmen einer Aktionswoche für geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung, die unter anderem Vorträge, Workshops und Podiumsdiskussionen beinhaltet, können Frauen ausserdem das Masturbieren erlernen. Das Ganze unter Anleitung, durchgeführt am kommenden Sonntag in den Räumlichkeiten der Universität Bielefeld. Die Veranstaltung wird «freucht-fröhlich», wie es in der Beschreibung heisst. Mitbringen sollen die Teilnehmerinnen Handspiegel, Handtuch und Gleitgel.

Der Kurs mit dem Namen «Möseale Ejakulation – Die V.... spritzen zurück!» bestehe aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, bei letzterem werde unter Anleitung selbst Hand angelegt. Als Ziele werden Bildungs- und Aufklärungsarbeit genannt. Beispielsweise sollen die Teilnehmerinnen erfahren, wie das weibliche Ejakulat aussieht und wie eine Frau zum Abspritzen kommt. Gestützt werde die Aufklärung mit Hilfe von Anschauungsmaterial («Wenn alle einverstanden sind, werden wir auch kleine Clips anschauen»).

«Das ist ein schlechter Scherz»

Der finanzielle Aufwand für den Masturbations-Kurs beträgt laut ASta 250 Euro und wird allein aus studentischen Mitteln finanziert, wie verschiedene deutsche Medien berichten. Der CDU-nahe Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) ist von der Aktion alles andere als begeistert. «Das ist ein schlechter Scherz», sagt der stellvertretende RCDS-Vorsitzende Philip Schütze zur «Neuen Westfälischen».

Es gebe keinen wissenschaftlichen und seriösen Ansatz und keine offene Diskussion zum Macht- und Geschlechterverhältnis. Der RCDS könne sich nicht vorstellen, dass das in einem Raum mit zehn masturbierenden Frauen möglich ist.

Uni-Direktion greift nicht ein

Trotz aller Entrüstung hat die Uni-Leitung nicht vor, dem intimen Vorhaben den Riegel zu schieben: «Die Veranstaltung ist keine der Universität, und die Uni nimmt keine inhaltliche Bewertung von studentischen Veranstaltungen vor. Dies gilt insbesondere auch für Angebote des AStA», hiess es auf Anfrage der Zeitung.

Das Angebot scheint davon abgesehen auf Anklang zu stossen. Laut den Organisatorinnen ist der Kurs nämlich ausgebucht. Den genauen Veranstaltungsort sollen allein die Teilnehmerinnen nach erfolgter Anmeldung erfahren.

(kaf)