Religiöse Symbole

03. Februar 2011 12:53; Akt: 03.02.2011 13:02 Print

Freidenker darf nicht unterrichten

Nach dem Streit um ein Kruzifix wurde ein Lehrer im Wallis fristlos entlassen. Das Kantonsgericht hat jetzt entschieden, dass er bis zum Urteil seines Rekurses nicht weiterarbeiten darf.

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Ein Lehrer war im Wallis entlassen worden, weil er kein Kruzifix im Klassenzimmer aufhängen wollte. (Bild: Keystone)

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Der im letzten Oktober fristlos entlassene Lehrer aus Stalden VS muss auf das Urteil zu seinem Rekurs warten. Bis dahin darf er nicht als Lehrer arbeiten. Mit diesem Entscheid stützt das Walliser Kantonsgericht die Walliser Regierung.

Der Staatsrat hatte Ende Oktober 2010 das Gesuch des Lehrers um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung abgelehnt. Er begründete seinen Entscheid mit dem entstandenen Vertrauensverlust. Zudem rechtfertigte die Regierung die fristlose Entlassung mit öffentlichen Interessen.

Am 2. November gelangte der Entlassene mit einer Verwaltungsbeschwerde ans Walliser Kantonsgericht. Der Lehrer wollte während des Verfahrens seine Arbeit fortsetzen können. Das Kantonsgericht hat nun den Entscheid der Regierung bestätigt, wie aus einem Communiqué des Gerichts vom Donnerstag hervorgeht.

Noch keine neue Stelle

Ob er den Entscheid weiterziehen werde, habe er noch nicht entschieden, sagte der Lehrer auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Er zeigte sich jedoch erstaunt darüber, dass der Entscheid des Kantonsgerichts so lange gedauert hatte.

Seit seiner Entlassung habe er sich an mehreren Orten wieder als Lehrer beworben - auch ausserhalb des Kantons, sagte er. Konkret habe sich jedoch bis jetzt noch nichts ergeben.

Kruzifix löste Streit aus

Der Streit zwischen der Schule und dem Lehrer entbrannte im letzten Herbst, als sich der Mann - ein Freidenker - weigerte, ein Kruzifix im Klassenzimmer aufzuhängen.

Das Kreuz war seit mehr als einem Jahr abgehängt gewesen. Mitte September war der Lehrer aufgefordert worden, das Kreuz wieder an die Wand zu hängen. Er war der Aufforderung nicht nachgekommen.

Daraufhin war er am 8. Oktober entlassen worden. Der Entscheid wurde später durch den Walliser Bildungsdirektor Claude Roch bestätigt. Dagegen hatte der Lehrer Rekurs mit dem Gesuch um aufschiebende Wirkung eingereicht.

(sda)