Jute und Sand

11. Februar 2019 12:41; Akt: 11.02.2019 14:35 Print

Fremdkörper in Genua-Brücke entdeckt

Im August stürzte die Morandi-Brücke in Genua ein. Zur Untersuchung des Unglücks wurde die Empa beauftragt. Jetzt liegen die Untersuchungs-Ergebnisse vor.

Bildstrecke im Grossformat »
Dürfte sechs Monate in Anspruch nehmen: Der Abriss der Morandi-Brücke in Genua geht langsam voran. (9. Februar 2019) Am Samstag konnte ein erstes Teilstück der eingestürzten Brücke demontiert werden. Das 36 Meter lange und 18 Meter breite Brückenstück war seit Freitag abgetrennt worden, auch in der Nacht wurde weitergearbeitet. Bis Samstagabend konnte das knapp tausend Tonnen schwere Teilstück schliesslich langsam hinabgelassen werden. Der italienische Architekt Renzo Piano (L) möchte mit seinen Entwürfen die Autobahnbrücke in Genua neu aufbauen. (28. August 2018) Die Morandi-Brücke befindet sich auf einem der wichtigsten Knotenpunkte des europäischen Verkehrs, genau an der Kreuzung der Autobahnen A10 und A7. Experten aus der Schweiz fanden heraus, dass dem Beton wohl Jute und Sand beigemischt worden war. Die Häuser unter der Brücke sind extrem gefährdet. (16. August 2018) Tausende Einwohner von Genua nahmen an der Trauerfeier in der Messehalle teil. (18. August 2018) 18 Särge waren aufgebahrt. Darunter ein kleiner weisser für den achtjährigen Samuele, das jüngste Opfer. Für die Feuerwehrleute gab es spontanen Applaus. Auch Spieler von Genoa und Sampdoria nahmen an der Zeremonie teil. Viele Anwohner der eingestürzten Brücke mussten ihre Häuser verlassen. (15. August 2018) Die meisten von ihnen kommen bei Freunden oder Verwandten unter, einige werden in Hotels untergebracht. Nächtliche Bergungsarbeiten: Ein Mann des Rettungsteams durchsucht die Autowracks nach Verwundeten und Leichen. (14. August 2018) Die Rettungskräfte inspizieren die eingestürzten Brückenpfeiler. Bei den nächtlichen Rettungsarbeiten wurden weitere Leichen geborgen. Die Suche nach Verschütteten geht in der Nacht weiter: Lampen helfen den Einsatzkräften bei der Arbeit. (14. August 2018) Die Rettungsarbeiten dauern auch am späten Abend noch an. Die Rettungskräfte stehen seit dem Unglück im Dauereinsatz. (14. August 2018) Rettungskräfte stehen seit dem Unglück im Dauereinsatz. Eine Luftaufnahme der Feuerwehr nach dem Einsturz der Morando-Brücke. Rettungshelikopter landen an der Unglücksstelle. Rettungskräfte bergen eine verletzte Person. Der Einsturz einer Autobahnbrücke bei Genua fordert mindestens 35 Todesopfer. (14. August 2018) Insgesamt fand man in den Trümmern bisher 11 Überlebende. Ein Lastwagen konnte kurz vor Ende der Brücke bremsen. Die Morandi-Brücke befindet sich auf der A10. Die Autobahn, die über die Brücke führt, ist vierspurig. Die Brücke führte über ein Industriegebiet. Menschen und Autos wurden unter den Trümmern begraben. Laut der Feuerwehr haben sich Autos auf der Brücke befunden, als sie eingestürzt ist. So sah die Brücke vor dem Einsturz aus. Laut Nachrichtenagentur Ansa stürzte die Brücke in mehr als 40 Metern Höhe und auf etwa hundert Metern ein. Zunächst war nichts über die Anzahl Opfer bekannt. Die Brücke war stark befahren. Dem Unglück ging ein grosses Unwetter zuvor. Die Autobahn 10 wurde gesperrt. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, vermuteten die Behörden, dass der Einsturz durch Schwächen am Bau ausgelöst worden sei. Die Tageszeitung «La Repubblica» schrieb online, dass mehrere Autos in die Tiefe gestürzt sind. Rettungskräfte aus der ganzen Region waren im Einsatz. Brückeneinsturz in Genua. (14. August 2018) Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Vertreter der italienischen Regierung vor Ort in Genua. (15. August 2018)

Zum Thema
Fehler gesehen?

In Genua laufen derzeit die Abrissarbeiten der Morandi-Brücke, die vor sechs Monaten auf einer Länge von 200 Metern eingestürzt war. 43 Menschen kamen ums Leben, darunter vier Kinder. Der gesamte Rückbau dürfte ein Jahr andauern.

Wie die italienische Zeitung «Il Secolo XIX» berichtet, hat nun auch die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) ihr Gutachten zum Unglück veröffentlicht. Diese wurde zur Untersuchung des Einsturzes miteinbezogen. Das Empa bestätigte gegenüber 20 Minuten den Versand des Berichts.

Stark korrodierte Spannseile

Im Beton fanden die Experten laut Bericht diverse Fremdkörper, die sich im Material um die Spannseile befunden hätten. Dem Beton waren wohl Jute und Sand beigemischt worden. Die Spannseile waren ausserdem stark korrodiert.

Wie mehrere italienische Online-Medien schreiben, waren die erodierten Stahlseile allerdings nicht ausschlaggebend für den Einsturz in Genua. Der Gutachter der Brückenbetreiberfirma Autostrade per L'Italia (Aspi) kam zum gleichen Schluss.

Neubau soll «tausend Jahre halten»

Experten hatten nach dem Unglück erklärt, der Einsturz sei wegen der vielen baulichen Mängel an der Spannbetonbrücke vorhersehbar gewesen.

Mit geschätzten Kosten von gut 200 Millionen Euro wird die neue Brücke eine der teuersten in ganz Europa werden. Architekt Piano versprach, das neue Bauwerk werde «tausend Jahre halten». Pianos Entwurf sieht eine weiss gestrichene Stahlkonstruktion vor, welche die Hafenstadt überspannt. 43 Lichtsäulen sollen an die Opfer des Unglücks erinnern.

(fss/sda)