Starbucks in den USA

23. Dezember 2017 10:28; Akt: 23.12.2017 10:28 Print

Gegen diesen Becher laufen Konservative Sturm

Die Holiday Cups von Starbucks sollen die Vorfreude auf Weihnachten steigern. Ein Zeichen der Zärtlichkeit bringt allerdings rechte Christen auf die Palme.

Seit 20 Jahren bringt Starbucks in der Vorweihnachtszeit spezielle Becher heraus. (Video: mlr/AP)
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Seit genau 20 Jahren lanciert die Kaffeehaus-Kette Starbucks in der Vorweihnachtszeit spezielle Weihnachtsbecher, die sogenannten Holiday Cups (im Video sehen Sie alle Becher in ihrer ganzen Pracht). Das Design dieser Pappbecher hat schon öfter für erhitzte Gemüter gesorgt – zuletzt im Jahr 2015. Vielen Kunden war der Becher zu rot und minimalistisch, wie das «Handelsblatt» schrieb. Konservative Christen unterstellten dem Unternehmen gar einen Hass auf Jesus, weil auf dem Becher keine typisch weihnachtlichen Motive zu sehen waren.

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Was sehen Sie in den beiden Händen?

In diesem Jahr kann von Minimalismus keine Rede sein: Geschenke, ein Weihnachtsbaum und Friedenstauben tummeln sich auf dem Becher, der nur spärlich rot und grün gefärbt und sonst fast ganz in Weiss gehalten ist, damit man ihn selbst bemalen kann. Doch ein winzig-kleines Detail treibt Vertretern aus konservativen Kreisen die Zornesröte ins Gesicht: zwei sich haltende Hände. «Distractify» zufolge ist die christliche Rechte überzeugt, dabei handele es sich um zwei Lesben, und Starbucks wolle mit den Bechern Homosexuelle ins Blickfeld rücken.

Lesbisches Paar im Video

Grund für die Annahme war ein Starbucks-Video, in dem der Becher vorgestellt wurde und in dem neben zahlreichen anderen Menschen auch zwei Frauen gezeigt wurden, die sich an den Händen halten und wie ein lesbisches Paar wirken.


Daraufhin wurde auf Twitter gemutmasst, bei den Händchen haltenden Kaffeetrinkern auf dem Becher handle es sich um das lesbische Paar.


Mitglieder der LGBT-Community feierten Starbucks für das Design, und nachdem «Buzzfeed» über die vermeintlich «homosexuellen Hände» berichtet hatte, stürzte sich der Rest der US-Presse auf das Thema. Gegenüber der «New York Times» betonte Starbucks, die Kunden sollten für sich selbst entscheiden, worum es auf dem Becher gehe.

Die «Times» selbst sieht die Diskussion mit Humor: «Es ist Zeit, sich auf eine moderne amerikanische Feiertagstradition einzulassen: das Über-Analysieren der saisonalen Starbucks-Becher auf der Suche nach Zeichen liberaler Ruchlosigkeit.»

(mlr)