Verdacht der Geldwäsche

14. Oktober 2011 20:35; Akt: 14.10.2011 20:56 Print

Geheimkonto von Chodorkowski entdeckt

Die deutsche Justiz hat ein Verfahren gegen den in Russland inhaftierten Ex-Oligarchen eingeleitet. Fahnder sind auf einer CD mit Kundendaten der Bank Julius Bär auf eine Akte Chodorkowskis gestossen.

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Sitzt seit 8 Jahren im Gefängnis: Der einst reichste Mann Russlands, Michail Chodorkowski.

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Ermittlungen gegen deutsche Steuerhinterzieher sollen laut einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» zu einem Konto des inhaftierten russischen Unternehmers Michail Chodorkowski in Deutschland geführt haben. Deshalb sei schon vor Monaten ein Strafverfahren wegen des Anfangsverdachts der Geldwäsche gegen Chodorkowski eingeleitet worden, hiess es in dem am Freitag vorab verbreiteten Beitrag in der Wochenendausgabe der Zeitung unter Berufung auf hessische Justizkreise. Eine Bestätigung war dafür am Freitag nicht zu erhalten.

Dem Bericht zufolge nahm das Verfahren seinen Ausgang offenbar in Münster, wo Fahnder eine CD mit Kundendaten der Schweizer Bank Julius Bär ausgewertet haben. Bei einer Durchsuchung in der Europazentrale der Bank in Frankfurt am Main seien die Ermittler dann auf eine Kundenakte Chodorkowskis gestossen, hiess es. Er soll bei der Bank 15 bis 20 Millionen Euro angelegt haben - auf seinen Namen und den von Angehörigen.

Chodorkowski war einst der reichste Mann Russlands. Er sitzt seit 2003 in Haft. Kurz vor Ende dieser Strafe wurde er dann im Dezember vergangenen Jahres für schuldig befunden worden, Öl im Wert von 25 Milliarden Dollar von drei Tochterfirmen seines Ölkonzerns Jukos gestohlen zu haben. Nach diesem Urteil muss er noch bis 2016 in Haft bleiben.

Das Urteil wurde international scharf kritisiert. Als treibende Kraft hinter der Verurteilung wird von Oppositionellen der russische Ministerpräsident und ehemalige Staatspräsident Wladimir Putin vermutet. Chodorkowski galt als politische Bedrohung für Putin, der zum Zeitpunkt von Chodorkowskis Festnahme 2003 Präsident war.

(ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R. Schnider am 15.10.2011 08:51 Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder einmal haben Schweizer Banken

    ...ihre Finger im Spiel. Man könnte fast den Verdacht bekommen, unser Schweizer Wohlstand beruht auf den krummen Geschäften der Banken.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • R. Schnider am 15.10.2011 08:51 Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder einmal haben Schweizer Banken

    ...ihre Finger im Spiel. Man könnte fast den Verdacht bekommen, unser Schweizer Wohlstand beruht auf den krummen Geschäften der Banken.

    • Hans Vergässe am 15.10.2011 10:15 Report Diesen Beitrag melden

      Verleumdung!!

      Nur schon der Gedanke daran, dass der Wohlstand der Schweiz auf krummen Geschäften beruht, müsste bestraft werden! Die Schweizer sind ehrlich, gerecht und sozial! Kriminiell sind nur die andern!!

    • Stefan Graf am 15.10.2011 12:01 Report Diesen Beitrag melden

      Kriminelle Machenschaften.

      Der Wohlstand der Schweizer Banken und des Landes sind nunmal auf illegale Bankgeschäfte zurückzuführen. Wer das verleugnet hat die rosa Brille an.

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