12. April 2005 23:36; Akt: 12.04.2005 23:37 Print

Geiselnehmer hielt Deutschland in Atem

Ein Iraner hielt gestern in Deutschland im Ruhrgebiet vier Mädchen im Alter von 11 bis 16 Jahren im Keller eines Hauses fest.

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Nach rund fünf Stunden wurden die Kinder von einem Sonderkommando der Polizei befreit.

Der etwa 50-jährige Iraner hatte kurz vor 13 Uhr in Ennepetal-Voerde, einem gutbürgerlichen Wohnviertel am Südrand des Ruhrgebiets, einen Schulbus überfallen. Er bedrohte den Fahrer und fesselte nach Zeugenaussagen neun Kinder mit einer Schnur aneinander und zwang sie, mit ihm auszusteigen. Dabei habe er beteuert: «Ich tue euch nichts. Ich habe euch lieb wie meine eigenen Kinder.» Fünf Kinder konnten sich kurz darauf losreissen und fliehen. Mit den restlichen vier verschanzte er sich dann im Keller eines Einfamilienhauses im gleichen Stadtteil. Offenbar wollte er eine Zusammenführung mit seiner noch im Iran lebenden Familie erzwingen.

Der Zugriff der Polizei erfolgte um 18.12 Uhr, nachdem telefonische Verhandlungen mit dem Geiselnehmer erfolglos geblieben waren. Während der Geiselnahme hatte der mit zwei Messern bewaffnete Täter einer 16-jährigen Schülerin oberflächliche Schnittverletzungen im Bauchbereich zugefügt. Die anderen Geiseln entkamen unverletzt. Der der Polizei bekannte Mann ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft offenbar psychisch krank.

(ap)