13. April 2005 16:23; Akt: 13.04.2005 16:27 Print

Geiselnehmer in Psychiatrie eingewiesen

Der Geiselnehmer von Ennepetal ist einen Tag nach seinem Überfall in eine geschlossene psychiatrische Klinik eingewiesen worden.

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Das teilte am Mittwoch ein Sprecher des Amtsgerichts Schwelm mit. Bei seiner Vernehmung hatte der Geiselnehmer zuvor weitere Geiselnahmen angedroht, falls er wieder auf freien Fuss komme.

Der Hagener Staatsanwalt Wolfgang Rahmer berichtete, der 50-jährige Iraner habe bei den Vernehmungen erklärt, er werde solange Kinder in seine Gewalt bringen, bis seine Forderung erfüllt worden sei, seine Familie aus dem Iran nach Deutschland zu holen. Ausserdem fordere er, dass die vom Amtsgericht Schwelm über ihn verhängte Betreuungsregelung aufgehoben werde.

Der Iraner berichtete bei seinen Vernehmungen, dass er bereits mehrmals Ansätze gemacht habe, Kinder zu entführen, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Doch sei dies zuvor immer an den Umständen gescheitert.

Mit zwei Messern bewaffnet hatte der 50-Jährige am Dienstag in Ennepetal-Voerde einen Schulbus überfallen und sich danach mit vier Schülerinnen im Alter von 11 bis 16 Jahren als Geiseln im Keller eines Einfamilienhauses verschanzt. Erst nach fünf Stunden gelang es einem Spezialeinsatzkommando der Polizei, den Iraner zu überwältigen. Bei der Geiselnahme wurde eines der vier Mädchen leicht verletzt. Die anderen kamen mit dem Schrecken davon.

Der Iraner erklärte bei seiner Vernehmung, er habe seine Forderungen zuvor bereits in einem 30-seitigen, in seiner Muttersprache verfassten Schriftsatz dem zuständigen Richter beim Amtsgericht Schwelm übergeben. Doch sei er dort nicht ausreichend beachtet worden. Laut Staatsanwaltschaft hatte er den Richter deshalb bereits bedroht.

(ap)