Tortillas statt Pancakes

03. September 2018 19:22; Akt: 03.09.2018 22:04 Print

Influencerin erhält nach Fake-Post Morddrohungen

Eine 24-jährige Britin erntete einen Shitstorm, nachdem sie auf Instagram das Foto eines für sie gelungenen Morgens veröffentlicht hatte.

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Ein Bild, das Scarlett London letzten Freitag auf Instagram gepostet hatte, erzielte nicht die gewünschte Wirkung. Auf dem Foto ist die 24-jährige Bloggerin zu sehen. Man sieht sie Tee trinkend auf einem Bett sitzen, umgeben von herzförmigen Luftballons. Neben ihr stehen zwei gefüllte Teller. Auf dem Nachttisch steht eine Flasche mit der Mundspülung Listerine.

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«Der beste Tag beginnt mit einem Lächeln und positiven Gedanken», schreibt die Britin dazu. «Und Pancakes. Und Erdbeeren. Und endlos viel Tee.»

Einige ihrer fast 50'000 Follower fanden bald heraus, dass die Tasse in ihren Händen leer ist und dass es sich bei den vermeintlichen Pancakes um Tortillas handelt. Darauf wurde Scarlett London nicht nur vorgeworfen, «fake» zu sein – sie erhielt auch Todesdrohungen.

Der Shitstorm breitete sich von Instagram auf Twitter aus. «So sieht der Morgen von niemandem aus», schrieb jemand in einem Beitrag, der 89'000 Likes erhielt und etliche Male kommentiert wurde. «Instagram ist eine lächerliche Lügenfabrik, die uns allen das Gefühl gibt, mangelhaft zu sein.»

«Ich solle an den Ballonen ersticken»

Sie sei mit persönlichen Nachrichten überflutet worden, sagte die Bloggerin gegenüber dem britischen Magazin «Femail». «Viele sagten, ich sei eine Gefahr für junge Frauen. Ich solle leiden, ich solle gestoppt werden, ich solle an den Ballonen ersticken, ich solle mich umbringen, weil ich so erbärmlich sei.» Dann fügt sie hinzu: «Und um ehrlich zu sein, waren das noch die harmloseren Kommentare.»

Dass der Beitrag vom Mundwasserproduzenten Listerine gesponsert wurde, hatte Scarlett London nie verheimlicht. In einem späteren Post rechtfertigt sie sich: «Natürlich nutze ich Instagram für Werbung, aber nur für Produkte, die ich auch benutze und für die ich selbst Geld ausgeben würde.»

In the last 48 hours, grown men & women, MP’s, women’s equality representatives, journalists, actresses and broadcasters have discovered my Instagram feed and decided to pick it apart online, in front of thousands. Each time I refresh my page, hundreds of new nasty messages pour onto my Instagram, Twitter and YouTube, some of which have contained malicious death threats. There are now hundreds of thousands of tweets circling the internet, shaming me. I implore those mindlessly sharing this content to research who I am as a person, before they further drag my name and image through the mud. Yes, I do adverts on here, but only with brands I genuinely use and would spend money on myself. My feed isn’t a place of reality (let’s talk about Exhibit A - above - I mean who spends their time in such a beautiful city, perched on a ledge, ice-cream in hand and smile permanently affixed to her face, it’s staged guys). Sometimes my photos are whimsical and OTT and a little too pink, but I’m not presenting this as an ‘idealistic’ version of life that young girls should aspire to. Those who follow me will know my reality. I try to raise awareness for the digestive condition I suffer from, the same condition that years ago threatened me graduating from university. My Instagram has been an outlet to show you can be positive and have fun with life, despite this condition. I personally don’t think my content is harmful to young girls but I do agree Instagram can present a false expectation for people to live up to. And I am wholeheartedly sorry if I’ve ever made anyone feel inadequate through my content. My life mission is quite the opposite. I am a strong 24-year-old woman who has experienced bullying in the past. I am and will be okay after this hideous experience. But another young girl or guy as the subject of a targeted hate campaign might not be okay. Please remember at the centre of of every viral storm is a human being. ❤️

Ein Beitrag geteilt von Scarlett London (@scarlettlondon) am

An die Adresse derer, die ihr den Tod wünschen, schreibt sie: «Bitte denkt daran, dass sich im Mittelpunkt jedes viralen Sturms immer ein Mensch befindet.»

(chi)