22. April 2005 10:10; Akt: 22.04.2005 10:18 Print

Geldfälscher lieben Euro

In der Eurozone wird immer mehr Falschgeld sicher gestellt. Laut Europol beschlagnahmten Polizei und Banken im vergangenen Jahr 900.000 gefälschte Banknoten im Wert von 45 Millionen Euro.

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Dies sagte der Leiter der Europol-Falschgeldabteilung, Winfried Preuss, dem Nachrichtenmagazin «Focus» laut einer Vorabmeldung vom Freitag. Im Jahr 2003 waren es demnach noch 570.000 falsche Scheine.

Allein die Zahl der von europäischen Polizeibehörden beschlagnahmten Euro-Fälschungen stieg im Vergleich zum Jahr 2003 um 300 Prozent auf 309.000 Scheine, berichtete das Magazin. Die übrigen Scheine hätten die Zentralbanken sicher gestellt. Bei einzelnen Noten habe die Polizei drastische Zunahmen der Fälschungszahlen registriert. So stieg die Zahl der nachgemachten 500-Euro-Scheine den Angaben zufolge um 118 Prozent, die der 100-Euro-Scheine um 39 Prozent und die der 5-Euro-Scheine um 83 Prozent.

Einen extremen Zuwachs verzeichnet Europol laut Preuss bei den 10-Euro-Fälschungen, deren Zahl um 2.600 Prozent stieg. Diese Zunahme sei hauptsächlich auf einen Schlag französischer Fahnder gegen eine Fälscherwerkstatt in Paris zurückzuführen, bei dem die Polizisten 117.000 falsche 10-Euro-Noten beschlagnahmten. Deutlich zugenommen hat laut Preuss auch die Zahl der gefälschten Münzen: Im vergangenen Jahr seien 140.000 Fälschungen aus dem Verkehr gezogen worden, 400 Prozent mehr als im Vorjahr.

Ein erheblicher Teil der Fälschungen werde für den Kauf gebrauchter Autos verwandt. «Dem Käufer bleibt bei diesen Geschäften am Wochenende nur selten Zeit, die 200- und 500-Euro-Scheine zu prüfen», wird Preuss zitiert.

(ap)