Todesstrafe

29. September 2010 10:50; Akt: 29.09.2010 10:56 Print

Gift-Mangel verzögert weitere Exekutionen

Weil ein für Hinrichtungen mit der Giftspritze wichtiges Mittel zur Mangelware geworden ist, können in den USA einige Exekutionen zur Zeit nicht durchgeführt werden.

teaser image

Zum Thema
Fehler gesehen?

In den Staaten Kentucky und Oklahoma mussten deshalb bereits letzte Woche Hinrichtungen verschoben werden. In Kalifornien kann von diesem Freitag an vorerst kein tödlicher Cocktail verabreicht werden - weil dann das Haltbarkeitsdatum der letzten Charge Sodium Thiopental abläuft, wie die «New York Times» am Dienstag meldete. Weshalb das Mittel knapp wurde, ist nach Angaben der Zeitung unklar.

Der zuständigen Behörde FDA sei bereits im März bekannt gewesen, dass Sodium Thiopental allmählich zur Mangelware wird. Einem Sprecher des einzigen US-Herstellers, Hospira im Staat Illinois, zufolge ist ein wichtiger pharmazeutischer Bestandteil derweil nur sehr schwer erhältlich. Das Unternehmen erwarte, das Mittel Anfang nächsten Jahres wieder anbieten zu können.

Sodium Thiopental ist eines von drei Giften, das Todeskandidaten in mehr als 30 Staaten der USA gespritzt wird. Hospira-Sprecher Dan Rosenberg sagte der «New York Times», das Unternehmen sei alles andere als glücklich darüber, dass das Narkosemittel den Weg in die Todeszelle gefunden habe.

«Hospira stellt dieses Produkt her, um Leben zu verbessern oder zu retten», sagte er. «Das Mittel ist nicht für den Vollzug der Todesstrafe gekennzeichnet, und Hospira unterstützt die Verwendung in dieser Prozedur auch nicht.»

Letzte Woche war erstmals seit fast hundert Jahren im US- Bundesstaat Virginia wieder eine Frau hingerichtet worden. Die wegen eines Doppelmordes verurteilte Teresa Lewis wurde durch eine Giftspritze getötet. Gegner der Todesstrafe hatten vergeblich eine Begnadigung der geistig zurückgebliebenen 41-Jährigen gefordert.

(sda)