Knollenblätterpilz

24. September 2015 12:33; Akt: 24.09.2015 12:33 Print

Giftiger Pilz bedroht Flüchtlinge

Zwei Flüchtlinge sind in Deutschland an einer Pilzvergiftung gestorben – offenbar aufgrund einer Verwechslung. Der Pilz ist auch in der Schweiz heimisch.

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Sie überlebten den Krieg in Syrien, die gefährliche Überfahrt übers Mittelmeer und unzählige Kilometer Flucht durch Europa – nur um dann an einer Pilzvergiftung zu sterben. In der Nacht auf Montag ist ein 16-jähriger Syrer im deutschen Münster an Leberversagen gestorben, weil er einen giftigen Grünen Knollenblätterpilz gegessen hatte. Einen Tag später starb ein weiterer 44-jähriger Flüchtling, ebenfalls in der Uniklinik Münster.

Die Ärzte haben alles versucht. «Aufgrund der Schwere der Vergiftung war eine Transplantation letztendlich die einzige Chance», sagte Hartmut Schmid, Direktor der Klinik für Transplantationsmedizin, zum «Spiegel». Ein passendes Spenderorgan habe man für den jüngeren Mann aber nicht gefunden. Der 44-Jährige habe zwar eine neue Leber bekommen, sei aber trotzdem an Organversagen gestorben.

Grüner Knollenblätterpilz ist besonders gefährlich

Die beiden Männer sind nicht die einzigen Syrer, die giftige Pilze gegessen haben: Rund 50 Personen mit Pilzvergiftungen haben die Ärzte im Nordwesten Deutschlands in den letzten Tagen behandelt – die meisten davon Flüchtlinge.

Grund für die Vergiftungswelle dürfte eine Verwechslung sein. «Es scheint in Syrien einen Pilz zu geben, der dem Knollenblätterpilz zum Verwechseln ähnlich sieht», sagt Simone Corpus, Pressesprecherin der Medizinischen Hochschule Hannover, zu 20 Minuten. «Der Unterschied ist, dass der Pilz in Syrien essbar ist – der in Mitteleuropa aber hochgiftig.» Besonders gefährlich sei der Knollenblätterpilz, weil seine Wirkung nicht sofort einsetze. «Der Pilz weist keinen abstossenden Geschmack auf, und die ersten Krankheitssymptome treten erst nach mehreren Stunden auf.»

Pilz kommt auch in der Schweiz vor

Heimisch ist der Grüne Knollenblätterpilz auch in der Schweiz. Und auch hier fordert er immer wieder Opfer. «90 Prozent der tödlichen Pilzvergiftungen gehen auf das Konto vom Grünen Knollenblätterpilzen», sagt Hugo Ritter, Präsident der Deutschschweizer Vereinigung amtlicher Pilzkontrollorgane (VAPKO), auf Anfrage. Denn: «Für Anfänger sehen schnell mal alle grünen Pilze gleich aus.»

Hilfe könne man sich in der Schweiz bei den Pilzkontrollstellen holen – auch als Flüchtling. «Ich kann mir aber gut vorstellen, dass Flüchtlinge, die in der Schweiz ankommen, erst mal andere Probleme haben als herauszufinden, wo die nächste Pilzkontrollstelle ist.»

In unmittelbarer Vergangenheit hat sich in der Schweiz kein Flüchtling durch Pilze vergiftet, sagt Katharina Hofer, Oberärztin bei «Tox Info Suisse», zu 20 Minuten. «Es ist aber bekannt, das Menschen, die aus anderen Regionen der Erde kommen, die mitteleuropäische Natur nicht kennen und anfällig für Pilzvergiftungen sind.»

(nsa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • xyz am 24.09.2015 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Titel

    Lustiger Titel, die Armen Flüchtlinge werden von Pilzen bedroht. Als wenn der Pilz was dafür könnte das er gegessen wird.

  • Walter Spahni am 24.09.2015 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    "Giftiger Pilz bedroht Flüchtlinge"

    und zwar andauernd und konstant! Der Pilz lauert besonders an Wegstrecken, welche von Flüchtlingen benützt werden. Dann stürzen sich die Pilze aus dem Hinterhalt auf sie und lassen sich essen!

  • SwissSail am 24.09.2015 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    EU nuss sofort handeln!

    In ganz Europa müssen Knollenblätter-, Fliegen- Panther- und andere giftige Pilze sofort verboten werden. Ich denke, mit nur 10'000 Seiten Gesetzestexten müsste man dem Problem Herr werden können.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anja Schmid am 24.09.2015 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    R.I.P

    R.I.P Mein herzliches Beileid...

  • Heiri B. am 24.09.2015 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Nur im Laden

    Esse nie Pilze die im Wald gesammelt sind.Brauche kein Bauchweh. Kaufe nur Zuchtpilze in Büchsen im Laden.

  • Walter Spahni am 24.09.2015 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    "Giftiger Pilz bedroht Flüchtlinge"

    und zwar andauernd und konstant! Der Pilz lauert besonders an Wegstrecken, welche von Flüchtlingen benützt werden. Dann stürzen sich die Pilze aus dem Hinterhalt auf sie und lassen sich essen!

  • Lukas aus Zürich am 24.09.2015 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    bin Pilzsammler

    und ich sammle nur was ich gerne esse. Alle andere Pilze lasse ich im Wald dort stehen denn sie erfüllen eine sehr wichtige Aufgabe innerhalb der Fauna. Tut mir Leid, dass die Flüchtlinge die Pilze verwechselt haben. Kleine und sehr kleine Knollenblatt-Pilze sehen den Steinpilzen ähnlich. Bitte genau schauen. Darum BITTE immer nur die Pilze essen die man zu 100% kennt oder im Handel findet.

  • Frau Tolbler am 24.09.2015 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    schlimm

    Gebt ihnen genug zu essen, dann müssen sie sich nicht von wild wachsenden Pflanzen ernähren, sind ja auch Menschen wie wir!