Berlin-Kreuzberg

08. Juli 2014 04:10; Akt: 08.07.2014 14:56 Print

Gingen Berliner Polizisten zu brutal vor?

Die Berliner Polizei muss wegen ihres Vorgehens am Görlitzer Park harsche Kritik einstecken: Bei einer Demonstration sollen Beamte übermässig hart gegen einen Mann vorgegangen sein.

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«Ausweis her!» rufen die Polizisten in einem im Internet veröffentlichten Video. Dann drängen drei Beamte einen jungen Mann zur Seite und werfen ihn nach einem kurzen Handgemenge zu Boden. Der Mann versucht zwar noch mehrmals, sich wieder aufzurappeln. Mehrere Beamte drücken ihn jedoch mit ihrem Körpergewicht herunter, einer presst ihm zudem ein Knie in den Nacken, bis sich der 22-Jährige kaum noch bewegen kann.

Das heftige Vorgehen der Beamten gegen den Mann am Samstag, 5. Juli gegen 18 Uhr wird nun im Internet diskutiert und harsch kritisiert.

Sechs Polizisten verletzt

Nach Darstellung der Polizei stellte sich der 22-Jährige den Polizeibeamten mehrfach in den Weg und störte sie bei der Arbeit. «Er verhinderte, dass die Beteiligten einer Schlägerei ermittelt werden konnten», erklärte ein Polizeisprecher gegenüber «Spiegel Online». Nachdem sich der Mann mehrfach geweigert hatte, den Platz zu verlassen, wollten die Polizisten ihn einer Identitätsprüfung unterziehen. Er habe sich aber geweigert, seinen Ausweis zu zeigen, worauf die Situation eskaliert sei.

Beim Einsatz wurden sechs Polizisten verletzt. Denn als die Beamten die Situation klären wollten, mischten sich mehrere Personen ein, die zuvor laut dem Berliner «Tagesspiegel» an der Demonstration «Bleiberecht für alle Flüchtlinge» teilgenommen hatten. Im Video ist zu sehen, dass es turbulent zu- und herging. So wurde mindestens ein Fahrrad gegen die Polizeibeamten geschleudert. Die Polizei spricht ausserdem davon, dass Beamte gebissen, bespuckt und mit Pfefferspray attackiert worden sind.

Eskalationen wie am Görlitzer Park seien in diesem Jahr in Berlin nicht zum ersten Mal vorgekommen.

(ale)