Wende im Fall Christian R.

25. April 2018 18:27; Akt: 25.04.2018 21:26 Print

Gotthard-Raser soll nun doch ins Gefängnis

Dem Deutschen, der 2014 mit 200 km/h über die A2 raste, droht eine 12-monatige Haft. Das Oberlandesgericht Stuttgart gibt grünes Licht für eine Verurteilung.

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Der heute 43-jährige Deutsche Christian R., der 2014 mit hohem Tempo über die A2 gebrettert und erst an einer Polizeisperre gestoppt worden war, soll nun doch ins Gefängnis. Dies berichtet der «Blick» am Mittwoch.

Demnach habe das Oberlandesgericht Stuttgart grünes Licht für eine Verurteilung gegeben. «Der Ball liegt jetzt wieder bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart. Das Gericht hat nun den Weg freigemacht, dass die Strafe vollstreckt werden kann», wird Gerichs-Pressesprecher Matthias Merz zitiert. Die Staatsanwaltschaft könne nun Christian R. eine Vorladung zum Haftantritt schicken, heisst es weiter.

Im getunten BMW durch den Gotthard

Der Mann war 2014 im Tessin mit seinem getunten BMW Z4 mit Tempo 200 über die Autobahn A2 gebrettert. Im Gotthard-Tunnel überholte er zehnmal und setzte damit laut Anklage das Leben anderer Verkehrsteilnehmer aufs Spiel. Erst vor dem Ceneri-Tunnel konnte der Raser von der Polizei gestoppt werden. Sein Sportwagen wurde konfisziert.

Taxifahrer geprellt

Die Raserfahrt begann bereits im Kanton Solothurn und setzte sich dann in den Kantonen Freiburg, Bern, Luzern und Nidwalden fort. Der 40-Jährige konnte erst durch eine Polizeisperre vor dem Ceneri-Tunnel gestoppt werden. Aufgrund seines Tempos legte er die Strecke von Göschenen bis dorthin in 40 Minuten zurück – normalerweise werden für die rund 90 Kilometer eine Stunde benötigt.

Nachdem der Raser von der Kantonspolizei angehalten worden sei, habe dieser per Taxi seine Fahrt nach Como (I) fortgesetzt, so die Tessiner Staatsanwaltschaft. Doch auch diesen Verkehrsteilnehmer prellte der Mann: Die Fahrtkosten blieb er dem Fahrer schuldig und suchte anschliessend das Weite.

Busse statt Haft

Tessiner Richter hatten den Mann aus Ditzingen bei Stuttgart 2017 zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt – davon 18 auf Bewährung. Das Justizdepartement hatte ein «Ersuchen um Vollstreckung der Freiheitsstrafe» nach Baden-Württemberg übermittelt. Der Prozess in Lugano fand in seiner Abwesenheit statt. Der deutsche Temposünder hielt sich wieder in seiner Heimat im deutschen Bundesland Baden-Württemberg auf.

Das Schweizer Bundesamt für Justiz leitete daraufhin beim Justizministerium in Baden-Württemberg ein Ersuchen um Vollstreckung der Freiheitsstrafe ein. Die Staatsanwaltschaft wiederum eröffnete beim Landesgericht in Stuttgart ein entsprechendes Verfahren.

Der Raser musste die Strafe in Deutschland jedoch nicht absitzen. Laut einem Urteil des Stuttgarter Landesgerichts wurde R. lediglich eine Geldbusse aufgebrummt. Die Richter hatten von einer Gefängnisstrafe abgesehen.

(nag)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • swiggity Swooty am 25.04.2018 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hue hue

    Jetzt ist ihm wohl das lachen doch vergangen.

  • Wolfgang am 25.04.2018 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    In anderen Ländern wäre er sofort in den Knast gegangen. Sein Verhalten kommt einem Mordversuch nahe

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  • SpandauBullet am 25.04.2018 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Unverbesserlich

    Unverbesserlich so wie's aussieht. Der macht was er will und lacht über das Gesetz. Gehört daher gerne in die Kiste, vielleicht lernt er was draus.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Steinschleuder am 26.04.2018 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Fahrausweis

    Genau richtig aber dann auch noch den Fahrausweis auf lebzeiten weg !

  • cph4 am 26.04.2018 16:35 Report Diesen Beitrag melden

    noch nicht im Gefängnis

    Achtung. Ich glaub's erst, wenn er wirklich im Gefängnis ist. Die Sache wird jetzt so lange hin nund her geschoben bis alles verjährt ist.

  • De Laurentis am 26.04.2018 15:22 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Ob er wohl immer noch so ein Grinsen hat ?

  • Rolli am 26.04.2018 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Kompliment an die beiden Staatsanwälte

    Kompliment an den Tessiner und an den Deutschen Staatsanwalt. Die beiden haben den nötigen Biss, solche ignoranten und arroganten Verkehrs-Raudis hinter Gitter zu bringen. Vielleicht kommt dieser in den 12 Monaten gesiebter Luft ja zur Vernunft!

    • Roland Schädler am 26.04.2018 14:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rolli

      Was nützt ein Staatsanwalt mit Biss, wenn so ein Vergehen in Deutschland nicht mit einer Haftstrafe geahndet wird. In Deutschland können keine Haftstrafen ausgesprochen werden wenn das deutsche Gesetzt für dieses Vergehen keine vorsieht.

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  • giorgio1954 am 26.04.2018 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    40

    Eigentlich würde man annehmen, dass jemand mit 40 langsam vernünftig ist. Ein wenig gesiebte Luft kann sicher nicht schaden.

    • TR am 26.04.2018 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @giorgio1954

      Eigentlich sollte ja das Alter keine Rolle spielen! Man sieht es vor allem an den Fahrern mit den 3 Buchstaben.

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