Ohmmm…mein Gott!

05. Mai 2012 23:00; Akt: 09.05.2012 21:57 Print

Grosser Katzenjammer im Tiger-Tempel

Im thailändischen Tiger-Tempel, gaukeln Mönche den Touristen paradiesische Zustände vor. In Wirklichkeit werden die Tiere gefügig geprügelt.

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Tiger sind anmutige Wesen. Die grossen Katzen können locker über zwei Meter in die Höhe und mehr als acht Meter weit springen. Doch sie sind auch brandgefährlich. Einen ausgewachsenen Tiger zu knuddeln und ihm das Fell zu kraulen, ist für Normalsterbliche ein Ding der Unmöglichkeit – möchte man meinen. Denn genau das bieten die Mönche im Tiger-Tempel im thailändischen Kanchanaburi für ein kleines Entgelt von umgerechnet rund 30 Franken an.

Laut der Kloster-Website leben die Mönche mit mittlerweile rund 90 Raubkatzen friedlich zusammen. Die Tiere können sich täglich für ein paar Stunden frei auf dem Gelände bewegen und sind völlig zahm und zutraulich.

Schläge gehören zum Alltag

Ein Wunder, mag man denken. In Wirklichkeit werden die Tiere unerbittlich gefügig gemacht. Dass sie mit Stöcken und Steinen geschlagen und brutal am Schwanz herumgezerrt werden, gehört zum Alltag der Tempeltiger. Und falls sie doch einmal aufmüpfig werden, spritzen die Betreuer ihnen den Urin eines Männchens in die Augen – eine schmerzhafte und aus Tigersicht äusserst demütigende Geste.

Auch dass sich alle Tiere täglich frei bewegen können, ist eine Mär. Die meisten Tiger leben in engen Käfigen auf Betonböden ohne jede Beschäftigungsmöglichkeit. Und ohne tierärztliche Betreuung. Eine Tigerfarm, die dazu dient, möglichst viel Nachwuchs zu produzieren. Die jungen Tiere werden dann als Touristenattraktion missbraucht oder als illegale Ware verschachert.

Buddhistische Mönche haben besseres zu tun

Zudem kümmern sich in Tat und Wahrheit nur ein paar wenige Mönche um die Tiere. Denn ein buddhistischer Mönch hat normalerweise eher die Kontemplation, die Meditation und das Wandern von Kloster zu Kloster im Sinn als die Betreuung von Tieren. Daher stellt der Tempel schon seit längerem «Tierpfleger» an.

Obwohl diverse Organisationen diese Tierquälerei anprangern, läuft das Geschäft für die Mönche. Ahnungs- und gedankenlose Touristen reissen sich darum, für ein Foto mit den Grosskatzen zu posieren. Und sich für kurze Zeit der Illusion hinzugeben, dass Mensch und Raubkatze in Harmonie zusammenleben können.


So sieht die «Harmonie» im Tiger-Tempel aus:

Quelle: Youtube.com/tigerpolice

(kmo)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Wenn ein Mensch einen Tiger tötet nennt man es Sport, doch wenn ein Tiger einen Menschen tötet ist es grausam. Es macht mich krank sowas zu sehen. Mein Grossvater sagte mir immer: Respektiere und schütze die Natur den sie ist das Wertvollste das der Mensch besitzt:. Ich wünschte mir jeder hätte so einen Grossvater wie ich gehabt, dan wäre unser Planet um einiges schöner. Es ist nicht Richtig ein solch mächtiges und wunderschönes Tier so zu behandeln. Es ist nicht fair, es ist krank und Pervers. Ich werde diesen Satz nie vergessen und kann es nur jedem sagen. – Adrian Dietrich

Obwohl (oder gerade weil) wir beide extreme Tierfreaks und meine Frau im speziellen Tiegerfans sind, wäre uns NIE in den Sinn gekommen, dieses "Kloster" zu besuchen, obwohl uns unsere Reiseroute letztes Jahr direkt vor den Toren vorbeigeführt hat. Sogar in unserem Reiseführer wurde abgeraten, diese Institution aufgrund der Tierquälerei zu unterstützen. Auch Elefantenreiten war nicht drin, weil ein Elefant gar nicht gebaut ist, solche Gewichte auf dem Rücken zu tragen. Wir waren stattdessen in einer Auffangstation für alte und verletzte Elefanten. Informiert euch und respektiert die Tiere!! – Michu Schenk

dieser Bericht schmählert meinen Respekt vor buddhistischen Mönchen. Ich hoffe, dass viele diesen Bericht lesen werden und die Touristen diesen Ort ignorieren, damit diese Tierquärlei aufhört. – Ariane Lehner

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • insider am 06.05.2012 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    krass, wozu diese menschen fähig sind. unglaublich man findet kaum worte wenn man sowas liest. hoffentlich wird das bald aufhören

  • Michael Müller am 06.05.2012 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Naivität der Touristen

    Diese Naivität der Touristen (naja, meistens nicht mal das, sondern eher Gleichgültigkeit) ist scho erschreckend. War ja schon seit Jahren offensichtlich, dass die Tiere ruhiggestellt werden und es sich hier klar um Tierquälerei handelt. Noch schlimmer: Die Karen-Dörfer ("Longneck") gleich neben den burmesischen Flüchtlingslager. Moderner Menschenzoh und trotzdem seh ich immer wieder auf Facebook, dass manche stolz ihre Fotos mit diesen modernen Sklaven präsentieren.

    einklappen einklappen
  • angela e. am 06.05.2012 14:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der mensch

    in der schweiz nicht besser! elefanten reiten in den schweizer zoos für die süssen kinder, delphin shows, ach wie süss, raubtiere in den zirkus die kundstücken machen, wie meint ihr, wie werden die dressiert??!! wieviel fleisch verzehrt ihr täglich von misshandelten und gequälten tieren??? aber alle wissen es, aber hauptsache billiges fleisch im übermass auf dem teller.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sarah N. am 08.05.2012 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Bekannt machen

    Ich habe schon mehrere Male vom Tigertempel gehört. Dass es dort so zugeht, habe ich jedoch nicht gewusst. Danke für diesen Bericht! Ich hoffe sehr, dass dies weltweit bekannt wird und die Touristen in Zukunft nicht so blöd und selbstsüchtig sind und diesen Ort weiterhin besuchen.

  • LiveLu am 08.05.2012 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Aus den Augen aus dem Sinn...

    Ihr schreibt hier all eure Kommentare... wenn ihr dann die Seite schliesst ist es für die meisten vergessen. Macht doch einfach direkt eine Mail an den Tierschutz und werdet aktiv! sich hier beschweren bringt rein gar nichts.

  • ttt iger am 08.05.2012 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Tourist bringen Geld

    Es gibt ausser den Tigern dort noch andere hunderte kleine und grosse Tiere die dort frei leben und täglich unmengen von Futter brauchen. Ein Teil der Tourisgelder geht in die neue 48000m2 grosse TigerAnlage und Trainingszentrum zur auswilderung für junge Tiger... Das ist die andere Seite der Geschichte... Habt Ihr Kritiker auch eine andere Seite als nur den Finger auf andere zu zeigen???

  • nicky am 08.05.2012 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    unglaublich:(

  • Valentina am 08.05.2012 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für menschen sind das!?!

    Das hat mich total schokiert ich hoffe man unternimmt etwas für diese armen Tiere... Weil Tiere sind genau gleiche Lebewesen wie wir Menschen auch... Ich bin der Meinung diesen Mönchen das gesamte Geld und Tiere weg zu nehmen und das Geld benutzen für ein neues zuhause für die Tiger....