In der Nähe von Berlin

27. Juli 2018 08:58; Akt: 27.07.2018 08:58 Print

Ist Weltkriegs-Munition schuld an Waldbrand?

In Brandenburg ist am Donnerstag ein Waldbrand ausgebrochen. Bisher war keine Evakuierung des Ortes Fichtenwalde nötig. Das Feuer ist aber noch nicht gelöscht.

In der Region Brandenburg wütet ein Waldbrand nahe einer Autobahn. (Video: Tamedia/Storyful)
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Ein grossflächiger Waldbrand in Brandenburg hat am Donnerstag den Ort Fichtenwalde bedroht. Nach Angaben des Landes bekämpften rund 180 Einsatzkräfte das Feuer, die Polizei unterstützte mit einem Hubschrauber zur Lageerkundung. Behörden riefen die Bewohner der Ortschaft einige Kilometer südwestlich von Potsdam dazu auf, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Das Innenministerium Brandenburgs richtete eine Krisenkommission ein.

Am Abend hat sich die Lage leicht entspannt. Es sehe so aus, als werde eine Evakuierung des Ortes Fichtenwalde im Landkreis Potsdam-Mittelmark vorerst nicht notwendig sein, sagte Landrat Wolfgang Blasig (SPD) dem RBB-Fernsehen. «Aber wir müssen uns bereithalten», fügte er hinzu. Er bat die Bewohner des Ortes um Geduld. Laut der Feuerwehr Fichtenwalde ist der Einsatz weiterhin im Gang. Mittlerweile konnte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle bringen. Die Löscharbeiten gehen aber noch weiter.

Explosionen hinderten Feuerwehr beim Löschen

Was den Brand verursacht hat, ist unklar. Wie «Bild» berichtet, wurde die Feuerwehr an den Löscharbeiten gehindert, da es mehrere Explosionen von Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gegeben hat. Sie musste deshalb am Waldrand auf das Feuer warten.

Die Polizei teilte mit, die Autobahn 9 sei in Richtung Berlin wieder freigegeben worden, die Gegenrichtung bleibe aber gesperrt. Auch die Autobahn 10 sei zwischen den Dreiecken Potsdam und Werder noch gesperrt.

Waldbrand bedroht Ortschaft Fichtenwalde

40 bis 50 Hektar betroffen

Der Waldbrand wütete am Donnerstag in Sichtweite der beiden Autobahnen nach Angaben des Brandenburger Innenministeriums auf 40 bis 50 Hektar. Die Polizei Brandenburg und die Bundespolizei Berlin unterstützten die lokale Feuerwehr. Auch ein Helikopter kam zum Einsatz, der speziell für Nachtflüge ausgerüstet ist, schreibt «Spiegel». Zudem wurden Löschpanzer eingesetzt.

Aufgrund der anhaltenden Sommerhitze ist die Waldbrandgefahr in Brandenburg derzeit extrem hoch. Die Behörden riefen in dem von ausgedehnten Kiefernwäldern bedeckten Bundesland die höchste Warnstufe aus. Dennoch hatte es zuvor bereits grössere Waldbrände gegeben. In Berlin und Hamburg waren laut Medienberichten unterdessen Wasserwerfer der Polizei gegen Hitze und Dürre im Einsatz.

(sil/afp)