Nach Plagiatsvorwürfe

22. Februar 2011 18:47; Akt: 23.02.2011 14:34 Print

Guttenberg-Song hat alles zum YouTube-Hit

Sie singen über einen «Fussnotenentferner», der «alles nur geklaut» hat: In mehreren Liedern machen sich Musiker wegen der Plagiatsvorwürfe über Guttenberg lustig.

«Copy Paste»: Bin ich Kopie oder Original? (Quelle: YouTube)
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«Copy Paste» wird das Kopieren mit nur einem Mausklick genannt - und so heisst auch das aktuelle Lied der aus dem Allgäu stammenden Band «Rainer von Vielen».

Passender hätte der Zeitpunkt, an dem die Vorwürfe an die Öffentlichkeit kamen, für Sänger Rainer kaum sein können. Seit mehr als einem Monat habe er an einem Lied geschrieben, sagt der Musiker. Darin gehe es um die Frage: Was ist Kopie und was ist Original? Der überwiegende Teil des Textes sei bei Bekanntwerden der Vorwürfe am vergangenen Mittwoch schon fertig gewesen.

Lied auf zu Guttenberg umgeschrieben

Dann aber habe er die erste Strophe des Liedes auf zu Guttenberg umgeschrieben und sofort im Studio aufgenommen, erzählt Rainer. Seitdem ist das Musikstück auf der Internetseite der Band und auf der Musikplattform You Tube zu hören. Bis Dienstagmittag wurde das Lied bei You Tube mehr als 17 000 Mal aufgerufen - und stündlich kommen viele weitere Aufrufe hinzu, wie Rainer sagt.

In dem Lied singt er: «Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Verantwortung verpflichtet und bin ich an der Macht, dann Haargel in die Haare, AC/DC auf die Ohren. Hab' ich nichts zu sagen, hab' ich schnell verloren.» Weiter singt Rainer: «Also gucken, was die anderen schreiben, Quellen dürfen fliessen, aber Namen nicht bleiben, damit die Lorbeeren spriessen. Riesen-Sauerei diese Haarspalterei, doch einem Saubermann will man keinen Schandfleck verzeihen.»

Mehrmals wird in dem Lied die Frage gestellt: «Copy Paste - bin ich Kopie oder Original?» Sänger Rainer sagt, es sei «schon peinlich» und «absolut nicht korrekt», dass zu Guttenberg die übernommenen Textstellen in seiner Doktorarbeit nicht gekennzeichnet habe.

«Guttenberg-Song» im Radio

Auch der «Guttenberg-Song» des niedersächsichen Radiosenders ffn erfreut sich rapide steigender Klickzahlen. In dem Lied machen sich ein Redakteur und ein Produzent in einer eigenen Version des Prinzen-Hits «Alles nur geklaut» über zu Guttenberg lustig. Programmdirektorin Ina Tenz sagt, das Lied komme «super» an. «Die Hörer sind begeistert.» Bei You Tube ist der rund eineinhalb Minuten lange Song bereits ein Renner - innerhalb von drei Tagen wurde das Lied mehr als 90 000 Mal angeklickt.

In dem Stück singt der Produzent zu der Melodie des Prinzen-Lieds: «Ich schreibe etwas ab, die ganze Nation weiss das schon. Jetzt steht's in jedem Blatt. Ich hab' Mist gebaut und wurd' durchschaut. Keiner hält mich mehr für klug. Alle merken den Betrug.» Und im Refrain heisst es: «Denn ich hab' alles nur geklaut. Ich bin der Fussnotenentferner. Mein Doktortitel ist versaut, da hilft mir nicht mal mehr der Kerner. Ich hab alles nur geklaut, nur gestohlen, nur gezogen und geraubt - die Karriere ist versaut.»

Auch FFN hat zu Guttenberg ein Lied gewidmet


(ap)