«Porno-Feminismus»

29. Juli 2014 22:30; Akt: 30.07.2014 10:12 Print

Hardcore-Pornos drehen für Studium an Elite-Uni

Sie dreht harte Pornos, um sich ihr Studium an der «Duke University» zu finanzieren. Die eloquente Belle Knox (19) löste so eine hitzige Feminismus-Debatte aus.

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Rund 47'000 Franken kostet das Studium an der renommierten Duke-Universität im US-Bundesstaat North Carolina – jährlich. Die 19-jährige Studentin Belle Knox hat einen Weg gefunden, für diese horrenden Kosten aufzukommen: Sie dreht harte Pornos.
«Ich mag Sex und ich habe schon immer gerne Pornos geschaut», so Knox gemäss der Zeitung «Independent». «Jetzt kann ich mein Studium mit etwas finanzieren, das ich wirklich liebe», so Knox.

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Ihre Familie habe das Studium nicht zahlen können. Auch habe sie mit einem Kredit keine astronomischen Schulden anhäufen wollen. Selbst mit einem normalen Studentenjob – etwa bei McDonald's – hätte sie die Kosten für das Studium nicht stemmen können, so die «New York Daily News». So sei ihr bald klar geworden: mit Pornos zu Bildung.

Im renommierten «Time»-Magazin

Dass die 19-Jährige damit in den USA den Nerv der Zeit getroffen hat, zeigt sich darin, dass sie einen Meinungsartikel im renommierten «Time»-Magazin schreiben konnte. Hier prangert Knox das teure Bildungssystem der USA an: Sie habe ein Studium an der renommierten Duke University absolvieren wollen. Denn: «Kindern wie mir wird beigebracht, dass wir in Amerika nur mit einer höheren Bildung erfolgreich sein können.»

So habe sie das Bildungssystem in den USA letztlich vor die Wahl gestellt: Ein Studium an einer weniger prestigeträchtigen Universität oder ein paar Stunden an einem Porno-Set, welche ihr die Elite-Universität finanzieren würden.

Heute ist Knox an der Duke University in North Carolina, wo sie sinnigerweise Frauenforschung und Soziologie studiert. Später dürfte Recht dazukommen, denn Knox will Anwältin für Frauen- und Bürgerrechte werden.

Feminismus oder moderne Sklaverei?

«Medien, Religion und Gesellschaft bringen Frauen früh bei, dass Sex ausserhalb der Ehe sündhaft sei. Innerhalb einer Ehe sollen sie aber hypersexuell sein. Ganz nach dem Motto ‹Eine Lady auf der Strasse, aber ein Freak im Bett›, wie es der Hip-Hop Künstler Ludacris in einem Song auf den Punkt brachte», so Knox.

Sie kämpfe gegen das Image der Sexarbeiterin als eine Frau, bei der «etwas im Leben schiefgelaufen» sei, so Knox im Online-Magazin «Jezebel». Viele Frauen hätten vielmehr Spass an ihrem Job in der Sexindustrie. Wenn sie damit auch noch ihre Bildung finanzieren könnten – umso besser.

Mit ihrem eigenwilligen Denken legt Knox sich mit einigen traditionellen Feministinnen an. So schreibt etwa die britische Frauenrechtlerin Gail Dines in der «Huffington Post», Pornodarstellerinnen wie die 19-jährige Knox könnten kaum Spass «an den an Folter grenzenden Praktiken der Hardcore-Pornos» haben. Die Sex-Industrie beute die Frauen aus. Und Frauen wie Knox verherrlichten diese Industrie, die Frauen als «wegwerfbare Schlampen» darstelle, auch noch. Für die amerikanische Feministin Gloria Steinem sind Pornos gar eine Form von weiblicher Skalverei, so die «Huffington Post».

In den USA ist die Diskussion um den «Porno-Feminismus» in vollem Gange: Darf eine Frau ihren Körper gewinnbringend verkaufen, oder ist es ein Trugschluss, dass es sich dabei um Selbstbestimmung handelt? Wird sie lediglich von der Sex-Industrie ausgebeutet?

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(cfr)