Grossbritannien

25. Dezember 2008 16:04; Akt: 25.12.2008 16:08 Print

Harold Pinter: «Man tötet nicht nur Saddam Hussein»

Der britische Dramatiker Harold Pinter, der Heiligabend im Alter von 78 Jahren gestorben ist, hat sich den Titel des «zornigen alten Mannes des britischen Theaters» erworben.

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So politisch wie seine Stücke zeigte sich der radikale Gesellschaftskritiker selbst, auch noch in den vergangenen Jahren. Eine Auswahl von Zitaten:

- «Die Verbrechen der USA waren systematisch, konstant, infam, unbarmherzig, aber nur sehr wenige Menschen haben wirklich darüber gesprochen. Das muss man Amerika lassen. Es hat weltweit eine ziemlich kühl operierende Machtmanipulation betrieben und sich dabei als Streiter für das universelle Gute gebärdet.

Ein glänzender, sogar geistreicher, äusserst erfolgreicher Hypnoseakt. Ich behaupte, die Vereinigten Staaten ziehen die grösste Show der Welt ab, ganz ohne Zweifel. Brutal, gleichgültig, verächtlich und skrupellos, aber auch ausgesprochen clever.» (Bei seiner Nobel-Vorlesung im Dezember 2005 beschuldigte Pinter die USA systematischer Verbrechen in aller Welt. Wegen der Krebserkrankung des Autors wurde die Rede in Stockholm auf Video abgespielt.)

- «Unser Premierminister, bei dem es sich um einen ernsthaften und aufrichtigen Christen handeln soll, erwägt neue Bombenangriffe auf den Irak...Das wäre Mord, vorsätzlicher Mord, denn man tötet nicht nur Saddam Hussein.» (Im August 2002 über Tony Blair)

- «Der Tod des Mädchens war diesen Leuten völlig gleichgültig. Deswegen meine ich - und ich glaube das wirklich -, dass Clinton und Blair als Kriegsverbrecher angeklagt werden sollten.» (Im August 2002 über Blair und den früheren US-Präsidenten Bill Clinton im Zusammenhang mit dem Kosovokonflikt)

- «Dies war Mord an völlig unschuldigen Zivilisten im Fernsehgebäude, denn sie waren nicht direkt an Feindseligkeiten beteiligt.» (Im April 1999 über einen NATO-Einsatz im Kosovokonflikt, bei dem ein Gebäude des serbischen Fernsehens in Belgrad bombardiert wurde)

- «Die amerikanische Aussenpolitik ist «Küss meinen Arsch oder ich schlage Dir den Schädel ein».» (Im April 1999 über die US- Politik im früheren Jugoslawien)

(sda)