Tod auf der Yacht

10. Juli 2014 12:14; Akt: 10.07.2014 12:14 Print

Hat dieses Callgirl einen Google-Manager getötet?

Sie: ein Luxus-Callgirl. Er: ein Google-Manager. Die Bekanntschaft endete für ihn tödlich. Wegen Videoaufnahmen vermutet die Polizei, dass Alix Tichelman (26) den Mann getötet hat.

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Forrest Hayes (51) wurde vergangenen November tot auf seiner Yacht The Escape im kalifornischen Santa Cruz aufgefunden. Er soll an einer Überdosis Heroin gestorben sein. Aufgrund von neu ausgewertetem Videomaterial geht die Polizei jetzt aber davon aus, dass kein Versehen, sondern eine Edelprostituierte hinter dem Tod des Mannes steckt: So könnte Alix Tichelman (26) den Google-Manager möglicherweise getötet haben, indem sie Hayes das Heroin spritzte und, als klar wurde, dass der Mann die Droge nicht vertrug, nichts unternommen hatte, um ihm zu helfen.

«Das Video zeigt, dass er kurz nach der Spritze von Unwohlsein befallen wurde und dann bewusstlos zusammenbrach. Sie rief nicht die Ambulanz. Sie war vielmehr eifrig damit beschäftigt, ihre Sachen einzusammeln. Das Video zeigt auch, wie sie mehrmals über den sterbenden Mann steigt, einmal sogar, um ein Glas Wein zu trinken», so der mit den Ermittlungen beauftragte Deputy Steve Clark. Ein weiteres Indiz der Kaltblütigkeit der jungen Frau: Bevor sie die Yacht verliess, soll sie die Vorhänge gezogen haben. Tichelman wurde am 4. Juli in einem Hotel in Santa Cruz verhaftet.

Auf Facebook schrieb sie über Amokläufe

Jetzt haben die Ermittler gemäss US-Medien weiteres Material gefunden, das die 26-Jährige nicht gut dastehen lässt – oder zumindest eine ziemlich morbide Seite offenlegt: Auf ihrer Facebook-Seite schrieb sie am 28. Juni Fantasien über Amokläufe, über die sie sich offenbar mit einem Bekannten austauschte: «Es war sehr schön, mit jemandem über Amokläufe zu sprechen und darüber, Menschen kaltblütig zu töten.» Das Leben sei hart und dann sterbe man, notierte die 26-jährige Prostituierte, die angeblich 1000 Dollar pro Nacht verdient.

Hayes galt als erfolgreicher Geschäftsmann. Der fünffache Vater arbeitete einst für Apple, zum Zeitpunkt seines Todes dann für Google. «Sein brillanter Geist, sein ansteckendes Lächeln und seine Warmherzigkeit werden von Familien und Freunden sehr vermisst werden», hiess es in der Todesanzeige.

Noch ein Fall in einem anderen Bundesstaat?

Tichelman wurde gestern, Mittwoch, dem Gericht vorgeführt, das eine 1,5 Millionen-Dollar-Kaution verhängte. Offenbar stuft das Gericht die junge Frau als gefährlich ein. Die Polizei teilte mit, dass sie Tichelman verdächtigt, in einen ganz ähnlichen Fall in einem anderen Bundesstaat involviert gewesen zu sein. Details nannte sie keine.

(gux)