Sri Lanka

14. Juni 2019 16:43; Akt: 14.06.2019 17:30 Print

Hauptverdächtiger der Terror-Anschläge gefasst

Interpol hat am Freitag die Festnahme und die Auslieferung eines der Hauptverdächtigen der Bombenanschläge vom 21. April in Sri Lanka verkündet.

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Bei der Anschlagsserie in Sri Lanka kamen mindestens 290 Menschen ums Leben, über 500 Personen wurden verletzt. Die Polizei hat nun den Hauptverdächtigen der Terroranschläge gefasst. Interpol hat am Freitag die Festnahme und die Auslieferung eines der Hauptverdächtigen der Bombenanschläge vom 21. April in Sri Lanka verkündet. Den Einsatzkräften bot sich damals ein Bild des Schreckens. «Es lagen viele Körperteile herum. Ganze Familien wurden zusammen in den Tod gerissen, weil sie gemeinsam an der Ostermesse waren», sagte Hotelmanager Anton (56) aus Colombo. So sah es nach der Explosion im Innern einer Kirche in Colombo aus. Eine beschädigte Statue in der Kirche St. Sebastian. Der Sicherheitsdienst hatte «Informationen» über bevorstehende Anschlagspläne, sagte Sri Lankas Premierminister Ranil Wickremesinghe. Laut der Regierung soll die einheimische Islamistengruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ) hinter den Angriffen stecken – offenbar mit internationaler Unterstützung. Polizisten und Bürger helfen bei einer Kirche in Colombo, die Ziel eines Angriffs wurde. Auch das Luxus-Hotel Shangri-La wurde Ziel eines Selbstmord-Attentats. Sicherheitskräfte sichern den Eingang des Hotels Shangri-La nach der Explosion ab. Die Schäden lassen die Wucht der Explosion erahnen. Kurz nach den Detonationen kursierten auf Twitter erste Bilder. Die genauen Hintergründe der Anschlagsserie ist noch unklar. Die Anzahl der Toten stieg im Verlauf des Ostersonntags stetig an. Unter den Opfern sind laut Angaben vom Montag mindestens 35 Ausländer. Sie stammen unter anderem aus China, Japan, den USA, Dänemark und Portugal. K. (60) und K. V. (55) und kamen bei einem Anschlag auf ihr Hotel in Colombo auf Sri Lanka ums Leben. Das Ehepaar betrieb seit Jahren einen Kiosk im Berner Lorraine-Quartier. Der dänische Milliardär Anders Holch Povlsen und seine Frau Anne trauern um drei ihrer Kinder, die bei den Anschlägen ums Leben kamen. Ein Bild aus dem Innern einer Kirche zeigt die Wucht der Explosion. Zu Zeitpunkt der Detonationen feierten die Gläubigen gerade die Ostermesse. Nur etwa sieben Prozent der Bevölkerung in Sri Lanka sind Christen. Die Mehrheit sind Buddhisten.

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Nach den verheerenden Anschlägen vom Ostersonntag in Sri Lanka mit mehr als 250 Toten ist ein Hauptverdächtiger gefasst worden. Der 29-jährige Mann aus Sri Lanka sei im Nahen Osten festgenommen und am Freitag zusammen mit vier anderen Verdächtigen an das Land ausgeliefert worden, teilte die Polizeiorganisation Interpol mit.

Der 29-jährige Ahamed Milhan Hayathu Mohamed wurde mit so genannter Red Notice wegen Terrorismus und Mordes von der Polizeiorganisation gesucht. Interpol gab keine Details darüber bekannt, in welchem Land er im Nahen Osten gefasst wurde.

Experten schon länger im Einsatz

«Die Festnahme und Auslieferung eines der Hauptverdächtigen der Bombenanschläge in Sri Lanka ist ein wichtiger Schritt in der laufenden Untersuchung», erklärte Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock laut Mitteilung.

Die internationale Polizeiorganisation Interpol schickte bereits kurz nach den Anschlägen ein Experten-Team nach Sri Lanka. Das Team wurde auf Ersuchen der sri-lankischen Behörden eingesetzt und sollte die Ermittlungen nach der Anschlagsserie unterstützen. Es bestand aus Spezialisten mit Expertise in den Bereichen Tatortuntersuchung, Sprengstoff, Terrorismusbekämpfung und Opferidentifizierung.

Am Ostersonntag im April hatten neun Selbstmordattentäter Anschläge unter anderem auf drei christliche Kirchen und drei Luxushotels in Sri Lanka verübt. Dabei kamen mehr als 250 Menschen ums Leben.

IS-Terrormiliz will verantwortlich sein

Die Attentäter gehörten nach Angaben der Regierung einer einheimischen Islamistengruppe an, die der Hassprediger Mohammed Zaharan gegründet hatte. Er sprengte sich in einem der Hotels in die Luft. Indische Geheimdienste hatten Sri Lanka vorab über Anschlagspläne von Zaharans Gruppe gewarnt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Anschläge für sich.

Nach den Anschlägen war es in Sri Lanka zu Unruhen gekommen; mindestens ein Mann kam dabei ums Leben. Die überwiegend buddhistischen Singhalesen stellen die Mehrheit der Bevölkerung in dem Inselstaat. Es hatte bereits seit einiger Zeit Spannungen und Gewalt zwischen Singhalesen und der muslimischen Minderheit gegeben – diese macht rund zehn Prozent der knapp 21 Millionen Sri Lanker aus.

(sda)