Australien

01. Februar 2011 09:20; Akt: 01.02.2011 15:09 Print

Hier naht ein «Monster-Zyklon»

Nach dem Hochwasser ein «Monster-Zyklon»: Australien bereitet sich auf einen heftigen Wirbelsturm namens «Yasi» vor.

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Yasi nähert sich gefährlich schnell dem australischen Festland. (Bild: Reuters)

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Nach den verheerenden Überschwemmungen in Australien kommt nun die nächste Katastrophe auf das Land zu: Der Zyklon «Yasi» nähert sich der Nordostküste und dem Bundesstaat Queensland und könnte nach Behördenangaben der schlimmste Wirbelsturm aller Zeiten in der Gegend werden.

Experten zufolge wird der Wirbelsturm die Küste von Queensland am Donnerstagmorgen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 280 Kilometern pro Stunde erreichen und die Zerstörungskraft des Hurrikans «Katrina» haben, der im Jahr 2005 über New Orleans hinweggefegt war.

In der betroffenen Gegend, zu der auch Touristenzentren und das Great Barrier Reef gehören, wohnen mehr als 400 000 Menschen. Bereits am Dienstag wurde an der Küste damit begonnen, Tausende Menschen in Sicherheit zu bringen.

Menschen in Sicherheit bringen

Mehr als 9000 Menschen in der Küstenregion von Cairns wurden angewiesen, ihre Häuser zu verlassen. Erwartet wurden mindestens zwei Meter hohe Wellen, die Teile der Stadt überspülen könnten. Queenslands Ministerpräsidentin Anna Bligh kündigte an, 250 Patienten des Spitals von Cairns sollten per Helikopter nach Brisbane gebracht werden. Auch Altersheime wurden geräumt.

«Dieser Sturm ist riesig und lebensbedrohlich», sagte Bligh. Meteorologen erwarten, dass «Yasi» seine Kraft lange nach Erreichen der Küste beibehält und sogar noch eine Region 900 Kilometer im Inland heimsuchen könnte. Der australische Bundesstaat Queensland erholt sich gerade von den schwersten Überschwemmungen seit 50 Jahren.

Kohlebergbau betroffen

Die für Queensland wichtige Kohleindustrie ist vom Unwetter erneut betroffen. Der Bergbaukonzern Rio Tinto schloss wegen des Sturms sein Bergwerk Hail Creek.

Die meisten Kohlegruben befinden sich im Landesinnern. Viele müssen noch immer das Wasser der Überschwemmungen vom Januar abpumpen. Die Branche geht nach eigenem Bekunden davon aus, dass sich der Betrieb selbst ohne «Yasi» erst im März normalisieren wird. Australien ist der weltweit grösste Kohleexporteur und liefert rund zwei Drittel der für die Stahlindustrie wichtigen Kokskohle.

Am Montag war Zyklon «Anthony» auf Queensland getroffen. Er hatte über Land aber rasch an Kraft verloren. Er entwurzelte lediglich einige Bäume und zerriss Stromleitungen.

(sda/ap)