Umweltverschmutzung

05. Januar 2017 07:02; Akt: 05.01.2017 10:18 Print

Hier rollt eine Giftwolke über Peking

Luftverschmutzung macht das Leben in Chinas Hauptstadt unerträglich. Die Sichtweite liegt bei wenigen Metern.

Beeindruckende Zeitraffer: Ein Video zeigt, wie Peking innert Minuten von einer Smog-Wolke eingehüllt wird. (Video: Tamedia/Reuters/Storyful)
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Dichter Smog hat in Nord- und Zentralchina erneut das öffentliche Leben teilweise zum Erliegen gebracht. Wie Staatsmedien am Montag berichteten, mussten mindestens 30 Autobahnen wegen schlechter Sicht auf einigen Abschnitten geschlossen werden. Auch zahlreiche Flüge wurden gestrichen.

Peking verlängerte die zweithöchste Smog-Alarmstufe «Orange» für drei weitere Tage, was bedeutet, dass Lastwagen nicht in die Stadt fahren dürfen und einige Fabriken geschlossen bleiben.

Höchste Smog-Warnstufe

Messungen für gefährlichen Feinstaub ergaben in der Hauptstadt Werte von über 300 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft – das Zwölffache des Grenzwertes der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Noch schädlichere Luftwerte wurden in anderen Teilen Nordchinas gemessen, wo die Regierung bereits am Sonntag in 25 Städten die höchste Smog-Warnstufe «Rot» ausgerufen hatte.

Bereits am Freitag und am Samstag galt Medienberichten zufolge in 24 Städten im Norden und im Osten Chinas erneut die höchste Smog-Alarmstufe. Einwohner der Hauptstadt machten ihrem Ärger in den sozialen Netzwerken Luft.

Greenpeace: Keine Fortschritte erkennbar

Schon vor zwei Wochen hatte eine gewaltige Smog-Glocke über Nordchina das Leben von mehr als 460 Millionen Menschen in sechs Provinzen über Tage beeinträchtigt. Die Umweltorganisation Greenpeace hatte Chinas Regierung dazu aufgefordert, entschlossener gegen den Smog vorzugehen. Fortschritte, die beim Kampf gegen die schlechte Luft zunächst erzielt worden seien, seien nicht mehr erkennbar.

Die Behörden bemühen sich seit einiger Zeit, den Smog durch eine Reihe von Massnahmen zu verringern. Allerdings wird die Luftverschmutzung durch den massiven Kohleverbrauch zum Heizen und zur Stromgewinnung insbesondere im Winter sowie durch den zunehmenden Autoverkehr verstärkt.

Herzerkrankungen, Schlaganfälle, Krebs

Die Luftverschmutzung in Peking und anderen chinesischen Städten wird für Hunderttausende von Todesfällen mitverantwortlich gemacht, etwa durch Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Lungenkrebs.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • leserin am 05.01.2017 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Manchmal frage ich mich, für was ich so auf die Umweltschutz achte (Abfall trennen, beim Einkauf achten...) Solange die "Grossen" nichts ändern, bringen die Mühe die wir "Kleinen" machen so wenig :-( Ist echt schade dass es die meisten "Grossen", die eigentlich viel ändern könnten, dieses Thema wenig interessiert. Heute geht es nur noch um Geld...

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  • CaptainLonestarr am 05.01.2017 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht

    merken sie ja etwas und vielleicht möchten sies dann auch ändern. Die Produkte aus Asien sind so billig weil sie weder vernünftige Arbeits noch Umweltgesetze haben. Da können wir schlicht nicht mithalten, dafür gibts bei uns noch Luft zum atmen. Globalisierung geht eben nur wenn auch Gesetze und Löhne angeglichen werden, sonst gibts immer nur Verlierer

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  • ire am 05.01.2017 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar!

    Und bei uns gibt es soviele Vorschriften,warum in dieser Stadt nicht? Ist ja wohl wichtiger,als bei uns! Solch grosse Städte verursachen wohl mehr Umweltmüll als die kleine Schweiz!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ledini kraft am 06.01.2017 00:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umweltverschmutzung

    unsere Politiker wollen mehr Umweltschutz. Dabei wird von so einem VerschmutzerLand immer mehr Billigware eingekauft. Darum ist bei uns vieles teurer weil wir wegen Umweltschutz gar nicht mehr billig produzieren können.

  • Thommy am 05.01.2017 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Baby Baby gar nicht süss

    Vielleicht merken nun einige Vernünftige mehr dass die Zukunft nicht gesichert ist wenn es immer mehr "wer zahlt Deine AHV" Babys gibt. Wir vergiften uns selber weil wir uns immer schneller vermehren.

  • Waterpolo1s am 05.01.2017 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nur weiter so mit !!!

    Sie sollen die Umwelt nur noch weiter missachten !!!! und dann kommen Unternehmen wieder zurück ...

  • Geronimo P. am 05.01.2017 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, aber .....

    Und China fördert Elektro-Autos zweck Reduktion dieses Smog. Aber der Strom für die wird dann in Kohlekraftwerken erzeugt. Hmmm .... Irgendewas geht hier nicht auf.

  • Mohenjo Dario am 05.01.2017 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    Bürger

    So sieht's aus. Europa ist (angeblich) nicht mehr konkurrenzfähig wegen zu hoher Stückkosten. Wenn ich mir natürlich die Massnahmen zum Umwelt- und Arbeitsschutz spare und auch keine langlebigen Produkte weil billig produziert herstelle, kann ich die Welt mit meiner (angeblich) ach so konkurrenzfähiger Billigware überschwemmen und zur Wirtschaftsmacht aufsteigen und die anderen verdrängen. Wenn interessiert schon die paar Toten und Krebskranken. Kollateralschaden. Wir Konsumenten und Wahlbürger haben es in der Hand. Gruss.