Wanderunfall auf Island

09. August 2019 14:36; Akt: 10.08.2019 11:00 Print

Schweizerin schreit stundenlang um Hilfe

Eine junge Schweizerin war in Island allein zu einer Wanderung aufgebrochen. Sie stürzte über eine Klippe und blieb schwer verletzt liegen.

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Ein 84-jähriger Mann befand sich gerade auf einem Golfplatz in Seyðisfjörður in Island, als er auf einmal von weit her Hilferufe vernahm. Erst war er sich nicht sicher, ob sein Gehör ihn nicht doch getäuscht hatte, zur Sicherheit alarmierte er aber dennoch einen Polizeibeamten. Dieser versicherte ihm, dass er die Schreie nicht einfach ignorieren könne, und ging mit ihm in Richtung eines Berges, woher die Schreie anscheinend gekommen waren.

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Tatsächlich vernahm auch der Polizist gegen 22 Uhr schliesslich die Schreie, wie «Iceland Monitor» berichtet. Daraufhin wurde ein Rettungsteam alarmiert. Rund 40 Minuten später fanden sie eine Frau, die auf 150 Metern Höhe auf einer Klippe feststeckte.

Im Spital operiert

Bei der Frau handelte es sich um eine Schweizerin Anfang 20. Sie war von einem Felsvorsprung gefallen und in einem Bächlein gelandet. Dort war sie verletzt liegen geblieben. Als die Rettungskräfte sie Stunden später fanden, war sie vollkommen entkräftet und unterkühlt. Sie konnte nicht einmal mehr ihren Kopf heben.

Die Schweizerin wurde sofort in ein Spital nach Reykjavik gebracht. Dort wurde sie am Mittwoch am Rücken operiert und wird noch immer behandelt. Ihre Genesung verlaufe aber gut.

Der Rettungshelfer Davíð Kristinsson betonte nach der Rettung gegenüber den Medien, wie wichtig es sei, dass man jemanden darüber informiere, wenn man eine gefährliche Wanderung unternehme. «Die Frau war vollkommen allein, niemand hätte sie vermisst oder wäre sie suchen gegangen», sagt Kristinsson. Auch sonst habe die Frau Glück gehabt: «Sie wäre wohl gestorben, wenn sie nicht gehört worden wäre.»

(doz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Elvira Kessler am 09.08.2019 15:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alleine unterwegs

    Regel Nr.1, wenn man alleine wandern geht, dazu in einem fremden Land: im Hotel, in der Herberge, der Hochlandhütte, dem Camping, usw. Bescheid geben, wohin die Tour geht und wann man gedenkt, wieder zurück zu sein. Zumindest die Gegend angeben. Die Frau hat enormes Glück gehabt plus 1000 Schutzengel.

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  • Follow me am 09.08.2019 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Einmal danke sagen.

    Danke dem alten Mann! Mehr gibt es da nicht zusagen.

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  • Walter Schibli am 09.08.2019 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Alleine unterwegs nie

    Man geht In Island auch nicht alleine auf solche Touren, selbst auf Strassen kann es Stunden dauern bis jemand vorbei kommt

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Didi Weidmann am 10.08.2019 21:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wandern immer mindestens zu zweit!

    Es ist im Prinzip grob fahrlässig, grössere Wanderungen in wenig begangenem Gebiet alleine zu unternehmen - und wenn man es nicht lassen kann, dann sollte man zumindest dem Hotelier Bescheid geben, wann man zurück zu sein beabsichtige und welche Route man gewählt hat. Ein Handy kann auch nicht schaden, man muss allerdings damit rechnen, dass es nicht überall in der Wildnis Empfang gibt und man dementsprechend dann eben keine Hilfe rufen und auch nicht geortet werden kann.

  • Dein Lebenscoach am 10.08.2019 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Immer, wirklich immer auf Wanderungen...

    Man weiß ja heutzutage offenbar nie, wo man überall urplötzlich zu Liegen kommt. Und schon gar nicht für wie lange. Also immer, wirklich immer auf Wanderungen ein Kopfkissen mitnehmen!!

  • Jugni am 10.08.2019 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein großes Dankeschön an dem Mann

    Das man alleine unterwegs ist und zb eine Wanderung macht und auch noch man kennt das Land nicht ist für mich unverständlich.Man sollte sich abmelden vom Hotel und zuerst sich auch erkundigen wie diese Landschaft so ist.Und man nimmt auch eine Person mit und ein Handy wo aufgeladen ist inkl Ladegerät.Dem alten Mann ein großes Dankeschön daß er die rufe vernommen hat und dann auch die Hilfe holte.Und die Frau hatte auch einen Schutzengel.Der liebe Herr Gott hat ihr das Leben gerettet.

    • Dein Lebenscoach am 10.08.2019 16:41 Report Diesen Beitrag melden

      Ja,ja, der liebe Herr Gott hat ihr das

      Leben gerettet und im selben Moment vielen anderen das Leben genommen...

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  • Rabnet am 10.08.2019 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jede Menge Spezialisten hier...

    Wow, jede Menge Outdoor-Spezialisten und Island-Kenner. Mal ehrlich, möchte ich alle Eure Tipps berücksichtigen, kann ich gleich im Hotelkomplex bleiben. Aber im Namen aller Trekkingreisenden bedanke ich mich, dass Ihr stets in Nähe des SUV bleibt und ohne Fremdenführer keine drei Schritte wagt.

  • Perikles am 09.08.2019 23:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beherzt handeln

    Das diese einsame Wanderung leichtsinnig war ist klar. Das jemand aber auf einen Schrei bei dem er nicht mal sicher war so beherzt reagiert ist sehr dankenswert und soll mir ein Beispiel sein. Hut ab!