Verein Ideas

08. Dezember 2011 22:27; Akt: 09.12.2011 14:53 Print

Hilfswerke sind zu wenig transparent

von Simona Marty - Schlechte Noten für Schweizer Entwicklungshilfe. Der Verein Ideas kritisiert, dass Hilfswerke zu wenig klar über ihre Programme informierten.

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Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) und ihr Direktor Martin Dahinden schneiden bei dem Transparenz-Rating schlecht ab. (Archivbild) (Bild: Keystone)

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Die grössten Schweizer Hilfswerke schafften zu wenig Transparenz über ihre Arbeit in Entwicklungsländern. Oftmals sei zum Beispiel nicht klar, wohin das Geld fliesse und wie nachhaltig die Projekte geführt würden. Zu diesem Schluss kommt der Verein Ideas in einem Rating, bei dem die Transparenz von zehn Schweizer Hilfswerken und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) untersucht wurde. Obwohl sich zum letzten Jahr einige Verbesserungen zeigen, schneiden insgesamt praktisch alle ungenügend ab. «Die ­Organisationen zeigen traurige Kinderaugen, nicht aber, was wirklich hinter den Projekten steht. Esbesteht grosser Handlungsbedarf», sagt Elvira Prohaska von Ideas. So müssten Wirkung und Nachhaltigkeit der Projekte vermehrt in die Beschreibungen einfliessen.

Das Schlusslicht des Ratings, die Organisation Swiss­aid, weist die Kritik von sich und stellt die Methoden von Ideas in Frage. Trotzdem gibt Sprecher Lorenz Kummer zu: «Wir haben ein bisschen we­niger detaillierte Beschrei­bungen als andere Hilfswerke. Wir wollen das Spendengeld lieber in die Projekte inves­tieren als in die Administration.»

Auch der Gewinner der Rangliste, World Vision Schweiz, schneidet mit knapp 50 Prozent Transparenz laut Ideas nur knapp genügend ab. Die Organisation verspricht Besserung: «Wir anerkennen das Resultat und werden Informationen über Wirkung und Nachhaltigkeit im nächsten Jahr verbessert in unsere Berichterstattung einfliessen lassen», so Sprecher Yves Baer.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Dampf am 11.12.2011 23:19 Report Diesen Beitrag melden

    Und die Transparenz der Ideas selber?

    Ideas ist selber nicht transparent. Die Zahlen und der Jahresbericht von 2010 fehlen auf der Webseite. Das Rating kann nicht seriös sein. Von den 10 bewerteten Fragen zielt keine einzige darauf ab, wieviel der gespendeten Gelder überhaupt eingesetzt wird, resp wie hoch der Verwaltungsaufwand des Hilfswerks ist. Das Hilfswerk, das am Meisten "traurige Kinderaugen" zeigt ist ausgerechnet World Vision in teuren TV-spots. Im Rating der Ideas alljährich auf 1. Platz. Ich empfehle allen die Empfehlungen der Zewo (zewo.ch) zu konsultieren vor dem Spenden!

  • Schau Genau am 09.12.2011 06:27 Report Diesen Beitrag melden

    Verein Ideas

    Bereits ein Blick auf die amateurhafte Website des Vereins Ideas lässt an deren Beurteilungskompetenz zweifeln. Ob die im Bericht erwähnte Ideas-Präsidentin Elvira Prohaska als Hebamme und ihr Team, nota bene allesamt keine Ökonomen, wirklich genug fachliche Kompetenz zur Bewertung von Hilfswerken hat, darf man ja ebenfalls in Frage stellen. So oder so wäre es gut, wenn Hilfswerke einmal nach transparenten Kriterien von Profis durchleuchtet werden.

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  • Adolf31 am 09.12.2011 03:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wozu ?

    In nimmer satte und überfütterte Wasserköpfe ? - Persönlich und direkt in Projekte investieren !

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Dampf am 11.12.2011 23:19 Report Diesen Beitrag melden

    Und die Transparenz der Ideas selber?

    Ideas ist selber nicht transparent. Die Zahlen und der Jahresbericht von 2010 fehlen auf der Webseite. Das Rating kann nicht seriös sein. Von den 10 bewerteten Fragen zielt keine einzige darauf ab, wieviel der gespendeten Gelder überhaupt eingesetzt wird, resp wie hoch der Verwaltungsaufwand des Hilfswerks ist. Das Hilfswerk, das am Meisten "traurige Kinderaugen" zeigt ist ausgerechnet World Vision in teuren TV-spots. Im Rating der Ideas alljährich auf 1. Platz. Ich empfehle allen die Empfehlungen der Zewo (zewo.ch) zu konsultieren vor dem Spenden!

  • Schau Genau am 09.12.2011 06:27 Report Diesen Beitrag melden

    Verein Ideas

    Bereits ein Blick auf die amateurhafte Website des Vereins Ideas lässt an deren Beurteilungskompetenz zweifeln. Ob die im Bericht erwähnte Ideas-Präsidentin Elvira Prohaska als Hebamme und ihr Team, nota bene allesamt keine Ökonomen, wirklich genug fachliche Kompetenz zur Bewertung von Hilfswerken hat, darf man ja ebenfalls in Frage stellen. So oder so wäre es gut, wenn Hilfswerke einmal nach transparenten Kriterien von Profis durchleuchtet werden.

    • Prohaska, Elvira am 09.12.2011 17:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Schau Genau

      Sie können sich genau über die Studie und unsere Organisation informieren auf Entsprechender Link ist auch auf der IDEAS Home zu finden. Freundliche Grüsse E. Prohaska

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  • Adolf31 am 09.12.2011 03:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wozu ?

    In nimmer satte und überfütterte Wasserköpfe ? - Persönlich und direkt in Projekte investieren !

    • SusiM. am 10.12.2011 13:36 Report Diesen Beitrag melden

      Entwicklungszusammenarbeit

      Ohne Experten geht gar nichts und die Argumente der Kritiker der Entwicklungszusammenarbeit sollte man sich genau ansehen. Rechnet mal nach, wie viel Geld in den letzten 20 Jahren in die Ex-DDR geflossen sind und den Menschen dort stand ein finanzkräftiger Staat zur Seite, die Menschen waren gebildet und dann schaut mal, wieviel Geld in die ärmsten Länder der Welt geflossen ist. Nachhaltige Entwicklung funktioniert nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Übrigens anbei ein lesenswerter Artikel:

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  • tanja am 09.12.2011 01:07 Report Diesen Beitrag melden

    hilfsgelder bereichern reiche

    das ist doch nicht nur der ideas aufgefallen.man sieht seit jahrzehnte absolut kein ergebnis,erfolg was all die milliarden verbessert hätte.meine meinung ,hört auf mit diesen hilfsgelder , denn die wirklich betroffenen sehen nie etwas von diesem geld