12. April 2005 08:38; Akt: 12.04.2005 11:07 Print

Hintergrund: Die Päpste des 20. Jahrhunderts

Neun Päpste haben die katholische Kirche seit Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt. Die folgende Übersicht stellt die Kerndaten ihrer Pontifikate zusammen.

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Leo XIII. - Joachim Pecci, Kardinalkämmerer, im Alter von 67 Jahren am 20.2.1878 in zweitägigem Konklave gewählt; galt als politischer Papst und geriet im Kirchenkampf in Konflikt mit Bismarck; verfasste unter anderem die Enzyklika über die Gefahren des Sozialismus und über die Arbeiterfrage (»Rerum novarum»); daneben beschäftigte er sich intensiv mit katholischen Frömmigkeitsformen und verfasste allein zehn Lehrschreiben über den Rosenkranz; gestorben am 20.7.1903.

Pius X. - Giuseppe Sarto, Patriarch von Venedig, im Alter von 68 Jahren am 4.8.1903 in sieben Wahlgängen gewählt; reformiert das Kirchenrecht und die Kurie, ruft im Apostolischen Schreiben «Quoniam in re biblica» zum intensiven Bibelstudium auf; gestorben am 20.8.1914; 1951 selig und 1954 heilig gesprochen.

Benedikt XV. - Giacomo Giovanni Battista della Chiesa, Erzbischof von Bologna, im Alter von 69 Jahren am 3.9.1914 in zehn Wahlgängen gewählt; erfolgloser Friedensvermittler im Ersten Weltkrieg; Fortsetzung der Kurienreform; gestorben am 22.1.1922.

Pius XI. - Achille Ratti, Erzbischof von Mailand, im Alter von 65 Jahren am 6.2.1922 in 14 Wahlgängen gewählt; erwirkte in den Lateranverträgen von 1929 die Souveränität des Kirchenstaats und verständigte sich zu diesem Zweck mit der faschistischen Regierung Italiens; mit dem deutschen NS-Regime schloss er das Reichskonkordat von 1933; Ausbau der katholischen Hierarchie; gestorben am 10.2.1939.

Pius XII. - Eugenio Pacelli, Kardinalstaatssekretär, im Alter von 63 Jahren am 2.3.1939 in drei Wahlgängen gewählt; versuchte vergeblich, den Kriegsbeginn zu verhindern; wandte sich nach dem Krieg gegen die Auffassung einer deutschen Kollektivschuld; nahm in zahlreichen Ansprachen zu ethischen, politischen und sozialen Fragen Stellung; gestorben am 9.10.1958.

Johannes XXIII. - Angelo Giuseppe Roncalli, Patriarch von Venedig, im Alter von 76 Jahren am 28.10.1958 in elf Wahlgängen gewählt; betrieb mit der Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils die innere Reform der Kirche; bemühte sich um eine zeitgerechte Verkündigung und um die Förderung der Ökumene; formulierte mit der Enzyklika «Pacem in terris» die katholische Friedenslehre neu; gestorben am 3.6.1963; selig gesprochen im Jahr 2000.

Paul VI. - Giovanni Battista Montini, Erzbischof von Mailand, im Alter von 65 Jahren am 21.6.1963 in fünf Wahlgängen gewählt; Annäherung an die orthodoxe Kirche und Einleitung einer vatikanischen Ostpolitik; verurteilte in der umstrittenen Enzyklika «Humanae Vitae» die künstliche Empfängnisverhütung; gestorben am 6.8.1978.

Johannes Paul I. - Albino Luciani, Patriarch von Venedig, im Alter von 65 Jahren am 26.8.1978 in vier Wahlgängen gewählt; verzichtete bei der Amtseinführung auf den «Plurale majestatis»; ging mit seiner kurzen Amtszeit als «lächelnder Papst» in die Geschichte ein; gestorben am 28.9.1978.

Johannes Paul II. - Karol Wojtyla, Erzbischof von Krakau, im Alter von 58 Jahren am 16.10.1978 in acht Wahlgängen gewählt; erster nicht-italienischer Papst seit 1522; theologisch konservativ, förderte die zentrale Stellung der Kurie; zahlreiche Auslandsreisen; trat in Ansprachen und Lehrschreiben gegen Krieg und Gewalt ein; gestorben am 2.4.2005.

(ap)