13. April 2005 16:33; Akt: 13.04.2005 16:37 Print

Hintergrund: Wie wird im Konklave abgestimmt?

Die Abstimmung im Konklave erfolgt in drei Phasen. Zunächst verteilen die päpstlichen Zeremoniäre je zwei oder drei Stimmzettel an jeden Kardinal.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Unter den Papstwählern werden ausgelost: Drei Wahlhelfer; drei Infirmarii (Beauftragte) - sie sammeln die Stimmen von kranken Kardinälen ein, die in dem nahe der Sixtinischen Kapelle gelegenen Gästehaus Domus Santa Marta geblieben sind; und drei Wahlprüfer.

Der ausgegebene Stimmzettel muss rechteckig sein und sollte in der oberen Hälfte die gedruckten Worte «Eligo in Summum Pontificem» (Ich wähle den höchsten Pontifex) enthalten. Jeder Wähler schreibt in möglichst verstellter Schrift seinen Kandidaten auf den Zettel. Während des Wahlganges selbst dürfen nur die wahlberechtigten Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle sein.

Wahlgang

Der Wahlgang: Jeder Wähler bringt seinen ausgefüllten Stimmzettel - gemäss der Rangfolge der Kardinäle - mit erhobener Hand zum Altar, spricht die Eidesformel (jenen gewählt zu haben, der nach Gottes Willen gewählt werden sollte) und gibt den Wahlzettel in die auf dem Altar stehende Urne.

Für kranke Kardinäle, die in der Sixtinischen Kapelle sitzen und nicht zum Altar gehen können, geben die Wahlhelfer die Stimmzettel in die Urne. Die Voten von Kranken aus dem Domus Santa Marta bringen die Infirmarii dabei nach strengem Reglement.

Die Wahlzettel in der Urne werden gemischt und gezählt. Wenn die Zahl der Stimmzettel nicht mit der Zahl der Wähler übereinstimmt, beginnt sofort ein neuer Wahlgang; stimmt die Zahl, erfolgt die öffentliche Auszählung. Zuletzt werden die Stimmzettel gelocht und mit einer Schnur verknotet.

Prüfen der Wahlzettel

Der Wahlabschluss: Das Stimmergebnis wird bekannt gegeben, die Wahlprüfer kontrollieren die Arbeit der Wahlhelfer, sofort nach der Prüfung werden die Wahlzettel - sofern es keine Entscheidung gab - unter Beifügung von Pech verbrannt.

Der schwarze Rauch signalisiert der Aussenwelt, dass es noch keinen neuen Papst gibt. Ist ein Papst gewählt, werden die Wahlzettel dieses Wahlgangs dann ohne Beifügung verbrannt.

Die Öffentlichkeit draussen kann dann am weissen Rauch erkennen, dass eine Entscheidung gefallen ist. Zusätzlich wird diesmal erstmals auch eine Glocke geläutet.

(sda)