Mit 89 Jahren

28. April 2014 23:11; Akt: 28.04.2014 23:11 Print

Hitlers Hausmädchen packt aus

Sie war Hitlers «Stubnmadl» in Obersalzberg in Bayern. Lange hatte Elisabeth Kalhammer geschwiegen. Nun redet sie über ihre Zeit an der Seite von Adolf Hitler und Eva Braun.

(Quelle: YouTube/Salzburger Nachrichten)
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Im zarten Alter von 18 Jahren wurde Elisabeth Kalhammer das Stubenmädchen von Adolf Hitler und Eva Braun. Das Paar suchte im Jahr 1943 für sein Anwesen Berghof auf dem Obersalzberg in Bayern fleissige Arbeiterinnen. Mulmig sei ihr gewesen, sagt die heute 89-Jährige in einem Interview mit den «Salzburger Nachrichten». Da ihr die Stelle vom Arbeitsamt vermittelt wurde, konnte sie aber nicht ablehnen. So erinnert sie sich an das Bewerbungsgespräch: «So eine Schande, ich wusste nicht einmal, wo Hitlers Haus stand. Aber ich hab so getan, als wüsste ich es», sagt die Österreicherin.

Kaum war sie beim Anwesen angekommen, wurden ihr auch schon die strengen Regeln diktiert. Mitten im Zweiten Weltkrieg durfte nichts, was im Haus besprochen wurde, nach aussen dringen. Verstösse wurden mit Ausgangssperre geahndet. «Denken durfte ich. Aber sprechen nicht», sagt Kalhammer.

Hitlers nächtliche Naschereien

Als Hausmädchen bekam sie die Macken des Führers hautnah mit. So habe Hitler eine strenge Diät gehalten und lauwarmes Wasser getrunken. Spätnachts soll er oft in die Küche geschlichen sein. Dort musste ein «Führerkuchen» bereitstehen. Eine Wähe, auf der Apfelschnitze genau aufgereiht waren, mit Nüssen und Rosinen dazu.

Auch über Eva Braun, Hitlers Geliebte, weiss Kalhammer einiges zu berichten. Sie sei eine «ganz Liebe» gewesen. Habe sich immer die Kleider der neusten Mode schneidern lassen. Zu Weihnachten habe sie von ihr Wolle bekommen, um den Männern an der Front Socken zu stricken. Die Dienstmädchen begrüssten Braun mit «Heil, gnädiges Fräulein». Das sei Kalhammer anfangs nicht leichtgefallen, sagt sie. Sie habe dies fast nicht über die Lippen gebracht.

Bis zum Jahr 1944 war Kalhammer auf dem Obersalzberg beschäftigt. Als der Krieg zu Ende ging, flüchtete Kalhammer vom Anwesen.

Elisabeth Kalhammer spricht über Eva Braun:


(Quelle: Youtube/Salzburger Nachrichten)

(bat)